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Unsere Sicht der Dinge: Oktober 2018

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG regelmässig einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen des kommenden Monats. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Finanzen.

 

Politik

Nach über einem Jahr konnten die Verhandlungen zwischen den USA und Kanada für ein neues NAFTA-Abkommen abgeschlossen werden. Dieses ersetzt den Vertrag von 1994 und heisst neu USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement). Für die Autoindustrie ist damit der angedrohte 25%-Zoll vom Tisch. Um Autos zollfrei in einem der drei Länder zu verkaufen, müssen sie zu 75% auf dem nordamerikanischen Kontinent und zu 70% aus heimischem Stahl und Aluminium gefertigt sein.

Währungen

An der Währungsfront hat sich der CHF jüngst etwas abgeschwächt. Der Euro konnte sich leicht stabilisieren, nachdem Italien versprochen hatte, für die Jahre 2020/21 das Budgetdefizit auf 2.1% bzw. 1.8% zu senken. Die EU hat jedoch Italien für das eingereichte Budget 2019, welches ein Defizit von 2.4% vorsieht, bereits schriftlich verwarnt. Die Zinserhöhungen in den USA machen unseres Erachtens den USD zunehmend attraktiver, weshalb wir diesen gegenüber dem Euro bevorzugen.

Immobilien

Die neusten Statistiken zeigen für die Schweiz einen Leerwohnungsbestand von 72’000 Einheiten. Dies entspricht einer Zunahme im Vorjahresvergleich von 8’000 Wohnungen oder einer Verdopplung innerhalb von neun Jahren. Dies wird laut Experten die Marktmieten 2018 um 1.5% und 2019 um 2.5% sinken lassen. Dass der Immobilienmarkt eine Abkühlung erfährt, zeigen auch die Aufpreise zum inneren Wert der kotierten Immobilienfonds. Diese sind seit Ende Jahr von 29% auf 18% geschrumpft.

Wirtschaft

In der Schweiz erwartet die Konjunkturforschungsstelle der ETH ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2018 von 2.9% (alt: 2.3%) und für 2019 1.7% (alt: 1.9%). Eine Inflation von unter 1% und eine Arbeitslosenquote von 2.5% runden das erfreuliche Bild ab. Die Finanzmärkte scheinen sich jedoch auf eine deutlich schwächere Entwicklung einzustellen, wie die jüngsten Korrekturen konjunktursensitiver Aktien nahelegen. Diese signalisieren einen signifikanten Wendepunkt im aktuellen Wirtschaftszyklus.

Obligationen / Zinsen

In den USA ist die Rendite für 10-jährige Staatsobligationen auf 3.2% angestiegen. Die Zinskurve ist zudem relativ flach, weshalb auch Obligationen guter Schuldner mit Laufzeiten von 3 – 4 Jahren Renditen von über 3% abwerfen. In CHF und EUR sind nach wie vor keine vernünftigen Renditen zu erzielen. Wir erachten deshalb kurzfristige USD-Anleihen als relativ attraktiv, zumal die anhaltende Straffung der US-Geldpolitik den USD stützen sollte. Skeptisch bleiben wir für Schwellenländer- und Hochzinsobligationen.

Gold

Der Goldpreis leidet aktuell unter den steigenden Zinsen in den USA. Dies bewirkt höhere Opportunitätskosten, um das ertraglose Edelmetall zu halten. Die Nachfrage nach Schmuck in den grossen Märkten Indien und China wurde durch die Abwertung der jeweiligen Währungen gebremst. Die jüngsten Turbulenzen an den Kreditmärkten, welche vorab zu weiteren Verwerfungen in den Schwellenländern führen werden, sollten den Goldpreis jedoch stützen. Goldpositionen können weiterhin gehalten werden.

Monetäres Umfeld / Inflation

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen in diesem Jahr zum dritten Mal erhöht. Insgesamt ist dies die achte Zinserhöhung seit Ende 2015. Die Inflation beträgt 2.7% und die Arbeitslosenquote liegt bei 3.7%, so tief wie seit 1969 nicht mehr. Auch die Frühindikatoren weisen in den USA auf eine anhaltend robuste Konjunktur hin, so dass im Dezember mit einer vierten Zinserhöhung zu rechnen ist. Die europäische Zentralbank bleibt dagegen deutlich expansiver. Sie wird ihr Anleihenkaufprogramm allenfalls Ende Jahr beenden.

Aktien

Die Aktienmärkte tendierten in den letzten Wochen uneinheitlich. Vor allem Gesellschaften, die stark konjunkturabhängig sind, verloren deutlich an Wert. In der Schweiz zeigte sich dies im Segment der mittleren und kleineren Gesellschaften, welche relativ zu den grosskapitalisierten Firmen deutlich schwächer notierten. Schlüsselindustrien wie die Autoindustrien und deren Zulieferfirmen stehen unter Druck. Im Zug der anstehenden Quartalsresultate erwarten wir einen holprigen Oktober.

Asset Allocation

Wir nehmen neu eine Position im Bereich USD-Obligationen in unsere Allokation auf. Da sich die Zinsdifferenzen zum EUR und zum CHF sowohl im kurzen als auch langfristigen Bereich weiter ausgeweitet haben, erscheint uns auch das Fremdwährungsrisiko vertretbar. Insgesamt bleiben wir jedoch bei den festverzinslichen Anlagen untergewichtet. Im Aktienbereich behalten wir die neutrale Gewichtung bei. Defensive Sektoren dürften im Zuge der konjunkturellen Abkühlung relative Stärke zeigen.

 

DIE CONSILIA GROUP WÄCHST: IBC BERN AG

Die IBC Insurance Broking and Consulting Bern AG, die bis November 2018 als VersicherungsPartner Bern AG firmierte, wurde 1998 am traditionellen «Bärner Zibelemärit» gegründet. Mit einem klaren Fokus auf Kompetenzen in der Entwicklung von massgeschneiderten Versicherungslösungen, Beratung und allfälligen Verhandlungen Zum Artikel