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Unsere Sicht der Dinge: Mai 2019

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Immobilien, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

Politik

Präsident Donald Trump ist immer für eine Überraschung gut. Seine Twitter-Mitteilung, die US-Sonderzölle auf chinesischen Importen von 10% auf 25% erhöhen zu wollen und allenfalls Zölle in dieser Grössenordnung mit einem Wert von USD 325 Mrd. zu erheben, schlug ein wie eine Bombe. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass ein Abkommen zustande kommt. Die Umsetzung und Kontrolle wird die wirtschaftspolitische Agenda allerdings auch längerfristig besetzen. Der Druck auf China bleibt gross.

Währungen

Die gute Stimmung an den Finanzmärkten sowie eine Verschiebung des Brexit-Datums auf Ende Oktober lassen den Schweizer Franken als sicheren Hafen etwas in den Hintergrund treten. Mit der Drohung der Schweizerischen Nationalbank, die Negativzinsen nötigenfalls noch weiter zu senken (aktuell -0.75%) ist es momentan gelungen, den CHF tendenziell weiter zu schwächen. Währungsspezialisten sehen die Kaufkraftpärität (theoretisch richtiger Wechselkurs) zum USD bei CHF 0.93 und zum EUR bei CHF 1.20.

China und…

China gilt immer noch als Schwellenland und wird in den globalen Aktienindizes unter Emerging Markets geführt. Das Reich der Mitte ist jedoch im Begriff, die USA als grösste Wirtschaftsmacht der Welt abzulösen und ist auch bei Spitzentechnologien (z.B. 5G) durchaus auf der Höhe der entwickelten westlichen Industrienationen. Die Schweiz verfügt über gute wirtschaftliche Beziehungen zu China. China ist der Schweiz gut gesinnt. Als erstes ausländisches Industrieunternehmen konnte die Firma Schindler…

…die Schweiz

…im Jahr 1980 ein Joint Venture eingehen. Die Schweiz verfügt über ein Freihandelsabkommen mit China und hat jüngst ein Memorandum of Understanding zum Seidenstrassen-Projekt unterzeichnet. Das Signal dieser politischen Initiativen ist wichtig. Die Schweiz sieht China als Chance und nicht als Bedrohung, was auch umgekehrt gilt. Die Schweiz ist geopolitisch unbedeutend für die Chinesen. Für einmal ist es ein Vorteil für die Schweiz, ein Kleinstaat zu sein. Bei den Verhandlungen mit der EU ist es das nicht.

Wirtschaft

In den USA betrug das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal +3.2%. Klammert man den Aussenbeitrag und den Lageraufbau aus, stieg die inländische private Nachfrage lediglich um 1.3% (schwächster Wert seit 2013). In China betrug die Zunahme des Bruttoinlandprodukts im ersten Quartal 6.4%. Die befürchtete Verlangsamung ist damit nicht eingetreten. In der Schweiz sank der Einkaufsmanagerindex im April unter die 50-Punkte-Marke, was letztmals 2015 der Fall war. Europa schwächelt weiterhin.

Obligationen / Zinsen

An den Kapitalmärkten ergaben sich jüngst keine grossen Veränderungen. Solange die Inflationserwartungen moderat bleiben, dürfte sich daran kaum etwas ändern. In der Schweiz werden 10-jährige Obligationen der Eidgenossen-schaft mit -0.3% negativ verzinst. Private, welche heute für ihre Vorsorge sparen, sind die Geprellten. Weil in Zukunft Zinserträge fehlen, muss zusätzlich Kapital angespart werden. Damit bremsen die tiefen Zinsen den privaten Konsum und wirken ungewollt konjunkturdämpfend.

Monetäres Umfeld / Inflation

In den USA liegt die Kernteuerung für Konsumausgaben bei rund 1.5% und damit deutlich unter der Zielmarke von 2%. Das Losungswort der US-Zentralbank heisst damit weiterhin «Geduld». Aktuell ist damit im laufenden Jahr von keiner Leitzinserhöhung mehr auszugehen. In der Schweiz lag die Inflationsrate im April bei 0.7%. Treibstoffe und Luftverkehr zeichnen sich u.a. verantwortlich für den Anstieg. Diese Inflationsrate würde eine Aufhebung der Negativzinsen rechtfertigen, die SNB betreibt jedoch Wechselkurspolitik.

Aktien

Der positive Trend an den weltweiten Aktienmärkten setzte sich auch im April fort und erhielt erst jetzt, im Zuge von Donald Trumps Polemik im Handelskonflikt USA – China, einen Dämpfer. Die konjunkturellen Risiken sind nach wie vor vorhanden, das Gewinnwachstum ist moderat und damit erachten wir das weitere Aufwärtspotenzial kurzfristig als begrenzt. Der Schweizer Aktienmarkt befindet sich zudem nahe dem Allzeithöchst, weshalb wir hier selektiv Gewinnmitnahmen oder Portfoliobereinigungen empfehlen.

Asset Allocation

Wir reduzieren die Aktienquoten von einem leichten Übergewicht auf ein leichtes Untergewicht. Der Schritt erfolgt aus Preis- und Bewertungsgründen. Unseres Erachtens wird das Wirtschaftswachstum weltweit relativ moderat ausfallen und damit auch die Gewinnentwicklung der Unternehmen. Die Aktienmärkte haben somit in ihrer Aufwärtsbewegung etwas überschossen. Im Obligationenbereich bleiben wir untergewichtet. Die Renditeaussichten sind dort unattraktiv. Die Goldpositionen bleiben unverändert.