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Unsere Sicht der Dinge: März 2019

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG regelmässig einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen des kommenden Monats. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Finanzen.

 

Politik

Die Gespräche zwischen den USA und China zur Beilegung der Handelsstreitigkeiten scheinen positiv zu verlaufen. Präsident Trump hat auf eine Erhöhung der Importzölle per 1. März verzichtet und die Verhandlungsfrist verlängert. Ebenfalls verschoben werden dürfte das Austrittsdatum für den Brexit. Hier erstreckt sich das Spektrum eines möglichen Ausgangs vom Hard-Brexit bis zum erneuten Referendum. Der ganze Prozess wirft ein sehr negatives Licht auf die politische Elite in London und Brüssel.

Währungen

Die Währungen verzeichneten im Februar keine grossen Schwankungen. Seit anfangs Jahr fällt lediglich das britische Pfund auf, welches sich gegenüber dem CHF um 5% aufgewertet hat. Der Markt erwartet eine Verschiebung des Brexit-Datums und die Abwendung eines ungeordneten Austritts. Die Schweizerische Nationalbank orientiert sich nach wie vor an der EZB und wird versuchen, eine unkontrollierte Aufwertung des Schweizer Frankens zu vermeiden. Wir bevorzugen relativ hohe CHF-Quoten.

Schweizer Pensionskassen…

Bei der ersten Säule der Altersvorsorge (AHV) gilt das Umlageverfahren, wonach die aktive Bevölkerung für die Renten der Pensionierten aufkommt. Die zweite Säule beruht dagegen auf dem Prinzip, dass jeder für sich selber spart. Die laufend steigende Lebenserwartung und die durch die Nationalbank künstlich tief gehaltenen Zinsen bewirken, dass aktuell eine Umverteilung von den aktiv Versicherten zu den Rentnern von rund CHF 7 Mrd. pro Jahr stattfindet. Die zu hohen Renten werden durch den…

…nicht nachhaltig aufgestellt

…Umwandlungssatz bestimmt, welcher gemäss Spezialis-ten ökonomisch bei 3.8% liegen sollte, in der Realität jedoch knapp 6% beträgt. Pensionskassen sind auf stabile Erträge angewiesen. Da die Zinsen bei qualitativ guten CHF-Obligationen bei 0% liegen, sind die Kassen gezwungen, im Anlagebereich grössere Risiken einzugehen. Dies führte letztes Jahr dazu, dass bei den privatrechtlichen Einrichtungen, infolge der schwachen Aktienmärkte, die Reserven von 14.4% auf 7.7% eingebrochen sind.

Wirtschaft

In den USA ist die Wirtschaft im vierten Quartal 2018 mit 2.6% gewachsen. Dies sieht im Vergleich zur Eurozone (+1.2%) und zur Schweiz (+1.4%) deutlich positiver aus. Die Konsumentenstimmung in den USA hat sich im Februar stark verbessert, was auf das Ende des Government Shutdowns zurückzuführen ist. Dagegen hat sich die Stimmung in der Industrie abgeschwächt. In der Schweiz weist das KOF-Barometer weiterhin auf eine schwache Wirtschaftsentwicklung, vor allem im Gewerbe, hin.

Obligationen / Zinsen

Die US-Notenbank vermochte die Kapitalmärkte zu beruhigen, so dass sich im laufenden Jahr vor allem die hochverzinslichen Obligationen mit tiefem Rating erholen konnten. Derweil steigen die Schuldenberge weiter. In den USA macht die „Modern Monetary Theory“ die Runde. Diese geht von der abstrusen These aus, dass Staats-ausgaben, welche nicht mit Einnahmen gedeckt sind, mit der Notenpresse finanziert werden können. Süd-amerikanische Beispiele zeigen, dass dies nicht funktioniert.

Monetäres Umfeld / Inflation

Da der Erdölpreis vor Jahresfrist rund 10% über dem aktuellen Preis notierte, fallen die jüngst publizierten Inflationsraten moderat aus (USA 1.6%, EU 1.4%, Schweiz 0.6%). Die robusten Arbeitsmarktdaten führen jedoch dazu, dass die Löhne in den USA um rund 3% steigen und in der Eurozone ebenfalls um 2.5%. Aufgrund der momentanen Inflationsraten können sich die Notenbanken jedoch zurück-lehnen und auf Zinserhöhungen verzichten. Aktuell wird auch in den USA für 2019 keine Leitzinserhöhung erwartet.

Aktien

Die Erholung an den weltweiten Aktienmärkten setzte sich im Februar fort. Stabile Zinsen und die Hoffnung auf einen positiven Ausgang des Handelsstreits zwischen den USA und China sind die Hauptgründe für die Erholung. Die Konjunkturindikatoren signalisieren jedoch deutlich tiefere Wachstumsraten, so dass die Gewinnschätzungen für 2019 unseres Erachtens zu hoch angesetzt sind. Damit ist das kurzfristige Potential für Aktien eher begrenzt, eine Konsolidierung ist wahrscheinlich.

Asset Allocation

Wir nehmen keine Änderungen in der Asset Allocation vor. Die Aktiengewichtung liegt nahe dem neutralen Bereich. Innerhalb des Aktiensegments bleiben wir in Europa unter-gewichtet (konjunkturelle und strukturelle Risiken) und bei den Trends übergewichtet. Dort geben demografische und technologische Entwicklungen den Takt vor. Obligationen bleiben deutlich untergewichtet (wir verzichten auf Hochzins-anleihen schlechter Qualität). Die Übergewichtung im Gold (stabilisierende Portfolioeigenschaften) bleibt bestehen.