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Unsere Sicht der Dinge: Dezember 2020

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

Politik

In den USA wurde Donald Trump abgewählt und durch den Demokraten Joe Biden ersetzt. Die Mehrheitsverhältnisse im Senat werden allerdings erst am 5. Januar 2021 entschieden, wo zwei Senatssitze neu bestellt werden müssen. Falls die Demokraten beide Sitze gewinnen, was momentan nicht erwartet wird, könnte Joe Biden seine grünsoziale Agenda einfacher umsetzen. Die Vizepräsidentin hätte den Stichentscheid. Geo- und wirtschaftspolitisch bleibt uns der spannende Machtkampf zwischen den USA und China erhalten.

Währungen

Der USD hat im Moment einen schweren Stand und notiert gegenüber dem CHF auf dem tiefsten Stand seit 2015. Eine demokratische Regierung mit Janet Yellen als designierter Finanzministerin und eine weiterhin lockere Geldpolitik des FED belasten den Greenback. Die Hoffnungen auf einen deutlichen Wirtschaftsaufschwung in der zweiten Hälfte 2021 lassen zudem Mittel in Währungen aufstrebender Länder fliessen und schwächen damit den USD. Im Vorfeld des Brexit Showdown gerät auch das GBP unter Druck.

Immobilien

Im Zuge der höheren Aktienkurse konnten sich auch die Schweizer Immobilienfonds positiv in Szene setzen. Der vom Bundesamt für Statistik neu geschaffenen Immobilienpreisindex (IMPI) misst für das dritte Quartal einen Preisanstieg von Schweizer Wohnimmobilien von 2.6% gegenüber der Vorjahresperiode. Dabei stieg vor allem der Preis für Einfamilienhäuser um überdurchschnittliche 3.1%. Eigentumswohnungen verteuerten sich vor allem in den grossen Städten, wo die Preise um kräftige 4.5% anzogen.

Wirtschaft

Die vorlaufenden Konjunkturindikatoren zeigen immer noch ein günstiges Bild. So ist der globale Einkaufsmanagerindex für die Industrie im November von 53.0 auf 53.7 Punkte gestiegen, was eine anhaltende Erholung signalisiert. Im vierten Quartal ist jedoch ein Rückschlag zu erwarten. Im Euroraum wird das BIP im Schlussquartal um ca. 3% schrumpfen. Die Weltwirtschaft wird gemäss OECD 2020 um 4.2% sinken und 2021 im selben Ausmass wieder wachsen. China wächst 2020 ca. 2% und 2021 rund 8%.

Obligationen / Zinsen

In den USA sind die 10-Jährigen Zinsen für Staatsobligationen seit August von 0.5% auf über 0.9% angestiegen. Um den Zinsanstieg zu dämpfen hat die US-Notenbank 20% der neu emittierten Staatsanleihen aufgekauft. Im Zuge der positiven Nachrichten punkto Covid-19 Impfstoffe dürfte es zu weiter steigenden Kapitalmarktzinsen kommen. Die Zinskurven werden damit etwas steiler, was den erwarteten Wirtschaftsaufschwung unterstreicht. Dies impliziert klar eine negative Performance qualitativ guter Obligationen.

Gold

Die baldige Verfügbarkeit der neuen Covid-Impfstoffe veranlasste die Investoren, einen Teil ihrer Gold-ETF’s in Aktien umzuschichten. In den USA führte der nominelle Zinsanstieg auch zu einem leichten Anstieg der Realrenditen, was ebenfalls auf den Goldpreis drückte. Die Wertpapierkäufe der US-Notenbank führen jedoch dazu, dass die Realrenditen negativ bleiben und dies wahrscheinlich noch für eine längere Zeit. Bessere Aussichten für den Konsum wird auch die Schmuckindustrie reanimieren.

Monitäres Umfeld / Inflation

In der Schweiz liegen auf den Girokonti der inländischen Banken bei der Nationalbank rund CHF 630 Mrd. Vor der Finanzkrise 2007 lagerten dort stabil rund CHF 6 Mrd. Dieses Geld wurde von der Schweiz. Nationalbank gedruckt, um den Franken zu schwächen, was nur bedingt gelungen ist. Da diese Mittel bei der Notenbank ruhen und nicht in den volkswirtschaftlichen Kreislauf gelangten, half es zwar die Zinsen tief zu halten aber eine deutliche Stimulierung der Wirtschaft konnte damit nicht erzielt werden.

Aktien

Nach der Bekanntgabe der Testresultate der neuen mRNA-Impfstoffe reagierten die Börsen im November euphorisch. Konjunktursensitive Aktien und Finanztitel waren besonders gesucht. Kurzfristig erscheint uns der Anstieg etwas übertrieben, weshalb wir aktuell von Zukäufen absehen. Eine Konsolidierung ist wahrscheinlich. Selektive Gewinnmitnahmen und Portfoliobereinigungen dürften sich daher auszahlen. Starke Rückschläge erwarten wir jedoch im Hinblick auf die verbesserten Konjunkturaussichten nicht.

Asset Allocation

Wir belassen unsere Aktienquoten unverändert auf Übergewichten. Überhöhte Quoten würden wir im Sinne eines Rebalancing etwas reduzieren. Wir erhöhen das Untergewicht bei den Obligationen leicht, dies zugunsten der Immobilienquote. Aus Bewertungsgründen bleiben wir bei den Immobilienfonds jedoch leicht untergewichtet. Im Hinblick auf die anhaltend steigenden Geldmengen, favorisieren wir weiterhin Realwertanlagen (Aktien, Gold Immobilien) im Verhältnis zu Nominellen Werten (Obligationen, Geldmarkt).