MENU
FR   EN   DE  
FR   EN   DE   Kontakt

Unser Netzwerk, unsere Welt

Unsere Sicht der Dinge: April 2019

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG regelmässig einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen des kommenden Monats. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Finanzen.

 

Politik

Die grüne Welle rollt über Europa. Die Landtagswahlen in Bayern oder jüngst im Kanton Zürich zeitigten massive Verschiebungen Richtung grüne Parteien. Ob der Kanton Zürich nun prädestiniert ist, das Weltklima zu verbessern, darf bezweifelt werden. Die USA, China und Indien sind die grössten Klimasünder und demzufolge relevant in dieser Frage. Grüne Politik ist letztlich linke Politik und verschlechtert bei einseitigen Massnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der entsprechenden Standorte und damit den Wohlstand.

Währungen

Die im Quervergleich schlechten Wirtschaftsindikatoren in der Eurozone hatten den EUR gegenüber dem CHF unter die CHF 1.12-Marke gedrückt. Wir erwarten jedoch in der Eurozone eine wirtschaftliche Stabilisierung und damit auch im EUR. Insgesamt erwarten wir keine grossen Bewegungen an den Devisenmärkten, da die wichtigen Zentralbanken alle synchron agieren. Die Schweiz als kleiner Währungsraum hat die geldpolitische Autonomie längst verloren und hängt nach wie vor am Rockzipfel der EZB.

Immobilien

Die Finma fordert strengere Regeln bei der Hypothekargewährung für Renditeliegenschaften. Von 2008 bis 2017 sind das Bruttoinlandprodukt (BIP) nominell um 11% und die Inlandhypotheken um über 40% gestiegen. Das Hypothekarvolumen beträgt rund CHF 1000 Mrd. und liegt damit rund 45% über dem BIP. Aktuell stehen rund 72’000 Wohnungen leer. Da die Bauherrschaft oft institutionellen Anlegern obliegt, welche keine Hypotheken brauchen, werden die geforderten Massnahmen nur bedingt Wirkung zeigen.

Wirtschaft

Im März haben sich die Frühindikatoren im Industriebereich in den USA und in China leicht erholt, während sich in Europa, insbesondere Deutschland und der Schweiz, die Lage weiter eingetrübt hat. In den USA wurden im März 196’000 neue Stellen geschaffen. Das aktuelle Stellenwachstum ist dabei immer noch doppelt so hoch, wie der demografische Trend vorgibt. In Deutschland sind andererseits die Industrieaufträge im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 8.4% eingebrochen.

Obligationen / Zinsen

Die Kapitalmarktzinsen sind in den letzten Wochen insbesondere in der Eurozone deutlich zurückgekommen. Der Hauptgrund ist die Entspannung an der Inflationsfront. Die Kernteuerung (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) sank auf 0.8%, dem tiefsten Wert seit elf Monaten. Weltweit werden mittlerweile wieder Anleihen im Betrag von USD 9000 Mrd. mit einer negativen Rendite verzinst. Dies verleitet viele Anleger, in Obligationen mit tiefem Rating zu investieren. Wir bleiben für dieses Segment zurückhaltend.

Gold

Die rückläufigen Realzinsen vermochten den Goldpreis für einmal nicht zu stimulieren. Gemäss dem World Gold Council haben die Notenbanken 2018 651 Tonnen Gold gekauft, was einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 74% entspricht. Dies war das grösste Kaufvolumen der Notenbanken seit Anfang der Siebzigerjahre. Anleger verkauften jedoch jüngst Gold ETF’s und setzten vermehrt auf Aktien. Wir schätzen am Gold nach wie vor die positiven Diversifikationseigenschaften in der Portfoliokonstruktion.

Monetäres Umfeld / Inflation

Tiefe Inflationsraten und schwaches Wachstum lassen die Notenbanken wieder expansiver agieren. Prominente Marktstrategen glauben gar, dass die Inflation tot ist. Als Gründe werden u.a. die Demographie (ältere Leute geben weniger Geld aus als junge) oder der technische Fortschritt (Produkte werden billiger und leistungsfähiger) angegeben. Wir sind skeptischer, da unseres Erachtens der Zusammenhang zwischen Geldmengenausweitung und Inflation nicht für ewig ausser Kraft gesetzt werden kann.

Aktien

Die Erholung an den Aktienmärkten setzte sich auch im März fort. In den USA wird für das erste Quartal mit einem durchschnittlichen Gewinnrückgang von 4% gerechnet. Die Löhne in den USA steigen dagegen um 3%, weshalb es schwieriger wird, die hohen Gewinnmargen zu halten. Generell antizipieren die Aktienmärkte eine Verbesserung der Konjunkturlage im zweiten Halbjahr. Wir sind skeptisch, ob sich die erwartete konjunkturelle Trendwende wirklich einstellt. Kurzfristig dürften Aktien eher seitwärts tendieren.

Asset Allocation

Wir halten an unseren bisherigen Investitionsquoten fest. Aktien bleiben damit nahezu neutral gewichtet. Durch die gestiegenen Aktienpreise erhöhten sich die Aktienquoten automatisch. Wir empfehlen, diese durch ein Rebalancing wieder etwas anzupassen und selektiv Positionen abzubauen. Der Obligationenteil bleibt untergewichtet. Diese Anlageklasse wird noch längere Zeit unattraktiv bleiben, da der Markt durch die Notenbank-interventionen massiv verzerrt ist. Die Goldquote bleibt unverändert.

So bauen wir morgen

Digitalisierung und Nachhaltigkeit – zwei treibende Kräfte, die Städteplaner, Bauingenieure und Architekten gleichermassen beschäftigen. In diesem Beitrag berichtet uns die Firma ar3 architekten ag, welche neuen Produkte und Trends sie in ihren aktuellen Projekten aufgreift.   Holz als traditioneller Baustoff, Zum Artikel