Unsere Sicht der Dinge: August 2020

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Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

Politik

Die EU-Regierungschefs haben den 750 Mrd. EUR schweren Aufbaufonds nach zähem Ringen beschlossen. Spanien und Italien werden die Hauptnutzniesser dieser Umverteilungsübung sein. Soll die Währungsunion beibehalten werden und damit die Unmöglichkeit, dass strukturschwache Staaten ihre Währung abwerten können, ist dieser Schritt logisch. Der Schritt Richtung Fiskal- und Schuldenunion führt so zu einem Transfersystem, ähnlich wie die Schweiz den Finanzausgleich zwischen den Kantonen kennt.

Währungen

Der EUR konnte sich gegenüber dem USD und dem CHF gut behaupten. Das Wiederaufbauprogramm der EU hilft, die wirtschaftlichen Spannungen zwischen den Ländern im Norden und Süden kurzfristig etwas abzubauen. Gleichzeitig scheint Europa die Pandemie erfolgreicher zu bewältigen als die USA. Die Bereitstellung von USD-Liquidität durch die FED wurde zudem etwas weniger stark benötigt, was die Nachfrage nach USD verkleinert hat. Die Erstarkung des EUR gegenüber dem CHF nimmt Druck von der SNB.

Immobilien

Die an der Schweizer Börse kotierten Immobilienfonds konnten ihre Kursverluste wieder wettmachen. Die riesige Geldschwemme der Notenbanken machen Nominalwerte wie Liquide Mittel oder Obligationen immer unattraktiver. Die Ausschüttungsrendite der Immobilienfonds beträgt dagegen immer noch rund 2.5 %. Da uns das monetäre Umfeld zunehmend Sorgen bereitet, haben wir für Schweizer Anleger in unseren gemischten Portfolios neu eine strategische Immobilienquote (zulasten des Obligationensegments) festgelegt.

Wirtschaft

Die USA verzeichneten im zweiten Quartal einen starken wirtschaftlichen Einbruch. Das Bruttoinlandprodukt sank mit einer annualisierten Rate von 32.9 %. Der Vergleich mit dem Vorjahresquartal (-9.5 %) ist zielführender. Zeitnahe Indikatoren, wie die Beobachtung der Mobilität oder der Einsatz von Kreditkarten zeigen immerhin eine deutliche Erholung. Trotz Kurzarbeit fallen viele Stellen den Restrukturierungen der Firmen zum Opfer. Allfällige, bereits vorher geplante Anpassungen können nun mit Corona begründet werden.

Obligationen / Zinsen

Die Kapitalmarktzinsen tendierten im Juli leicht rückläufig. Die Notenbanken sind bestrebt die Kapitalkosten für die Wirtschaft und die Staaten bis zum Ende der Corona-Krise tief zu halten. Nur so lässt sich die enorme zusätzliche Verschuldung finanziell verkraften. Wie das Schuldenproblem gelöst werden kann, wenn die Tragbarkeit nicht mehr gegeben ist, zeigt einmal mehr Argentinien. Die Gläubiger müssen auf 45 % ihrer Guthaben verzichten und anstehende Rückzahlungen werden vorläufig ins Jahr 2024 verschoben.

Gold

Der Goldpreis in USD erzielte jüngst neue Allzeithöchststände. Dass dies gerade jetzt eintritt, wo sich die Aktienmärkte wieder deutlich erholt haben, überrascht. Gründe für den Anstieg gibt es jedoch genug. Die Realverzinsung in den USA ist negativ und die Neuverschuldung der Staaten wird zunehmend über die Notenpresse finanziert. Der Anteil der ausstehenden US-Staatsanleihen, welcher durch die Notenbank gehalten wird beträgt über 15 %. Bei Investoren wird Gold als Realwertanlage zunehmend beliebter.

Monetäres Umfeld / Inflation

Die US-Notenbank bekräftige an ihrer letzten Sitzung, dass an der expansiven Politik festgehalten werden soll. Die Kreditfazilitäten zugunsten der Wirtschaft wurden bis Ende 2020 verlängert, geplant war September. Zudem sollen die Repo-Fazilitäten und USD-Swaps mit ausländischen Notenbanken und Behörden bis Ende März 2021 aufrechterhalten bleiben. Auch die monatlichen Käufe von Staatsanleihen (80 Mrd. USD) und Hypothekenpapieren (40 Mrd. USD) sollen mindestens im gleichen Tempo weitergeführt werden.

Aktien

Die Gewinnberichterstattung verlief bisher besser als erwartet. In den USA hat per Ende Juli rund die Hälfte aller grossen Gesellschaften ihre Gewinne veröffentlicht. Dabei wurden die Analystenerwartungen bei 85 % der Firmen übertroffen. Der befürchtete negative Effekt auf die Aktienmärkte blieb damit über alles gesehen aus. Aufgrund der Normalisierung der Wirtschaftsentwicklung verfügen zyklische Märkte über Aufholpotential. In der Schweiz sind damit Aktien kleinerer und mittlerer Firmen zu favorisieren.

Asset Allocation

Wir erhöhen die Aktienquote von einem leichten Untergewicht auf Neutral, indem wir die Emerging Markets leicht aufstocken. Der schwache USD und der positive Pandemieverlauf in Asien sind die Hauptgründe für diesen kleinen Schritt. Neu haben wir Immobilienfonds in die strategische CHF-Asset Allocation aufgenommen. Damit setzen wir ein zusätzliches Zeichen, dass wir Realwertanlagen gegenüber nominellen Werten klar bevorzugen. Wir investieren zum Start jedoch eine relativ kleine Quote in Immobilienfonds.

Unsere Sicht der Dinge: Juli 2020

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

Politik

Politisch steht uns eine spannende zweite Jahreshälfte bevor. China hat in einer Nacht- und Nebelaktion ein neues Sicherheitsgesetz für Hongkong eingeführt, welches die Freiheitsrechte der Bevölkerung massiv einschränkt. Das Verhältnis zum Westen wird dadurch zusätzlich belastet. Die EU will mit einem Wiederaufbauplan über 750 Mrd. EUR eine Schuldenunion durch die Hintertür einführen. In den USA sieht sich Donald Trump in der Wählergunst auf einem Tiefststand und muss um die Wiederwahl bangen.

Währungen

Seit Mitte Mai neigt der USD zur Schwäche. Die Neuansteckungen mit dem Coronavirus nehmen wieder zu und erhöhen damit die wirtschaftliche Unsicherheit. Die aggressive Zinspolitik der US-Notenbank brachte den Zinsvorteil des USD gegenüber anderen Währungen zum Verschwinden. Das britische Pfund wurde durch die Brexit-Unsicherheiten und dem wirtschaftlichen Einbruch, welcher noch höher liegt als auf dem Kontinent, arg geschwächt. Die Staatsverschuldung liegt in England bei 100% des Bruttoinlandprodukts.

Die Unabhängigkeit der Nationalbank…

Politisch steigt der Druck, die Finanzprobleme der Schweiz mit Hilfe der Nationalbank zu lösen. Die Aufgabe der Nationalbank ist primär, die Kaufkraft des Franken zu erhalten. Die geldpolitischen Massnahmen der letzten Jahre führten auf der Aktivseite zu Devisenreserven von 800 Mrd. CHF (Ende 2019). Diese Devisenbestände sind somit das Arbeitsinstrument der Notenbank und kein Volksvermögen. Sollte der CHF einmal zur Schwäche neigen, muss die SNB diese Bestände wieder verkaufen können…

…ist ein wertvolles Gut

…Ein interessanter Gedanke äusserte kürzlich Prof. Yvan Lengwiler in der Weltwoche. Er macht beliebt, die Gewinne, welche aus diesen Transaktionen entstanden sind (rund 45 Mrd. CHF) und nicht für die Geldpolitik benötigt werden, dem Bund einmalig zukommen zu lassen. Damit könnten die Corona-Schulden praktisch getilgt werden. Die Schuldenbremse müsste nicht ausgesetzt werden. Falls diese Ausschüttung eine einmalige Ausnahme bliebe, wäre dies eine elegante Lösung, aber die Begehrlichkeiten der Politik…

Wirtschaft

In den USA hat sich im Juni der Einkaufsmanagerindex für die Industrie von 43.1 auf 52.6 Punkte erholt. Die psychologisch wichtige Wachstumsschwelle (50) wurde damit übertroffen. Die überraschend starke Erholung dürfte auf einen gewissen Nachholbedarf und das tiefe Ausgangsniveau zurückzuführen sein. Der IWF zeigt sich für das US-Wachstum 2020 recht pessimistisch und erwartet einen Einbruch von 8%. Dies erscheint uns in Anbetracht der jüngsten Konjunkturzahlen doch als zu pessimistisch.

Obligationen / Zinsen

Obwohl sich die weltweite Konjunktur langsam erholt, blieben die Renditen für Staatsanleihen tief. Die Interventionen der Notenbanken und ein hohes Sicherheitsbedürfnis der Investoren sind dafür verantwortlich. Gewisse Notenbanken legen gar Renditeziele für bestimmte Laufzeiten von Staatsanleihen fest. Die japanische Notenbank verfolgt beispielsweise für 10-jährige Staatsanleihen eine Rendite von 0%. Im hochverzinslichen Obligationensegment haben sich die Risikoaufschläge in den letzten Wochen deutlich reduziert.

Monitäres Umfeld / Inflation

Die Notenbanken begleiten die wirtschaftliche Genesung mit einer anhaltend expansiven Geldpolitik. Ein deutliches Zeichen setzte die US-Notenbank, indem sie festhält, dass der Leitzins bis mindestens Ende 2022 nahe bei 0% verharren soll. Eine geldpolitische Strategieüberprüfung der FED wird zeigen, ob sich die Notenbank eher an der Inflation oder der Arbeitslosenquote orientieren wird. Beide Indikatoren (aktuell tiefe Inflation und hohe Arbeitslosigkeit) sprechen zumindest kurzfristig für offene Geldschleusen.

Aktien

Die Aktienmärkte unterlagen im Juni starken Schwankungen, konnten jedoch am Schluss gegenüber dem Vormonat etwas zulegen. Zyklische Aktien, welche von einer Konjunkturerholung profitieren und deutlich hinter der Gesamtmarktentwicklung herhinken, rückten überdurchschnittlich stark vor. Die im Juli anstehenden Halbjahresergebnisse der Unternehmen werden die Aktienmärkte einem Realitätscheck unterziehen. Kurzfrisitg ist somit eine gewisse Vorsicht angebracht. Die Volatilität dürfte wieder ansteigen.

Asset Allocation

Wir nehmen keine Änderung unserer Asset-Allocation vor. Im Hinblick auf die bevorstehenden Unternehmensresultate für das erste Semester sowie die wieder ansteigenden Ansteckungsraten mit dem Corona-Virus, bleiben wir an der Seitenlinie. Dies bedeutet eine leichte Untergewichtung bei den Aktien und eine deutliche Untergewichtung der Obligationen (negatives Chancen/Risikoverhältnis). Am Übergewicht beim Gold halten wir ebenfalls fest. Die tiefen Realzinsen dürften das Gold weiterhin unterstützen.

Unsere Sicht der Dinge: Juni 2020

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

Politik

Die Corona-Pandemie verliert auf der politischen Agenda langsam an Bedeutung. In den USA rücken die Präsidentschaftswahlen näher. Bill Clinton gewann die Wahlen einst mit dem Slogan: „It’s the economy, stupid“ (Es ist die Wirtschaft, Dummkopf). Ob die Wirtschaft bis im Herbst wieder so auf Kurs sein wird, dass es Donald Trump für eine Wiederwahl reicht, ist fraglich. Protektionismus (Zölle) und die Abkehr vom Multilateralismus (u.a. Attacken auf die WTO und die WHO) schaffen jedenfalls keinen Wohlstand.

Währungen

Die Ankündigung eines Fiskalpakets der EU-Kommission von 750 Mrd. EUR hat dem EUR kurzfristig Auftrieb gegeben. Die Hilfe kommt v.a. südeuropäischen Ländern zugute. Das Paket wird als stärkere fiskalische Integration der EU-Länder wahrgenommen. Ob dies dem EUR hilft, darf bezweifelt werden. Markterwartungen, dass die Leitzinsen in den USA und in England ins Negative fallen könnten, belasteten das GBP und den USD. Gemäss der US-Notenbank ist zumindest in den USA nicht mit Negativzinsen zu rechnen.

Ordnungspolitische Sündenfälle…

Wirtschafts- und geldpolitische Regeln scheinen sich nur in konjunkturellen Schönwetterphasen zu bewähren. In der EU ist eine Schuldenaufnahme der Staatengemeinschaft vertraglich ausgeschlossen. Dennoch will die Kommission 750 Mrd. EUR aufnehmen. 500 Mrd. sollen als nicht rückzahlbare Zuschüsse an stark pandemiegeschädigte Staaten fliessen. Nebst einer gigantischen Umverteilung wird damit der Einführung einer Schuldenunion der Weg geebnet. Deutschland trägt einmal mehr die Hauptlast. Die EZB…

… häufen sich in Krisen?

…kauft Anleihen ohne sich an die selbst auferlegten Regeln zu halten (max. 33% einer Emission und max. 33% pro Emittent). Auch das FED monetisiert mit seinen Anleihen-käufen faktisch die Staatsschulden. In der Schweiz verfügt das Parlament Mietzinserlasse für Geschäfte von willkürlichen 60%, was ein unglaublicher Eingriff in die privaten Eigentumsrechte darstellt. Überdies soll die Schuldenbremse für die Corona-Schulden nicht gelten. Der Zweck heiligt offenbar die Mittel, aber wo bleibt die Rechtssicherheit?

Wirtschaft

Der partielle Lockdown hinterlässt deutliche Spuren in der Weltwirtschaft. So fielen die Industrieaufträge in Deutschland im April um 36% gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Schweizer Wirtschaft schrumpfte im 1. Quartal um 2.6% im Vergleich zum Vorquartal. Die Rückkehr zur Normalität verläuft langsam, aber sie läuft. Die gigantischen staatlichen Hilfspakete werden ihre strohfeuerähnliche Wirkung in der zweiten Jahreshälfte und 2021 entfalten. Die strukturelle Arbeitslosigkeit wird trotz staatlicher Hilfen leider ansteigen.

Obligationen / Zinsen

Die US-Notenbank kaufte in drei Monaten für 1.6 Bio. USD Staatsanleihen. Die Ankündigung, dass erstmals Unternehmensanleihen gekauft werden sollen, hat zudem die Kreditmärkte beruhigt. Unternehmen konnten von Januar bis Mai für rund 1 Bio. USD Anleihen emittieren, welche vom Markt problemlos absorbiert wurden. Dieses Volumen ist rund doppelt so hoch wie im Vorjahr. Dabei hat das FED mit den Käufen von Unternehmensanleihen noch gar nicht begon-nen. Der Ankündigungseffekt hat seinen Zweck erfüllt.

Monitäres Umfeld / Inflation

Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht das Volumen für ihr Pandemie-Notfall-Kaufprogramm PEPP um 600 Mrd. EUR auf 1’350 Mrd. EUR. Das Programm wird verlängert bis mindestens Juni 2021. Die EZB erwartet dabei eine Teuerung für 2020 von 0.3% und für 2021 von 0.8%. In Deutschland hilft die Regierung mit 130 Mrd. EUR zusätzlich (u.a. mit einer befristeten Senkung der Mehrwertsteuer von 19% auf 16%). Wir erwarten aufgrund dieser rigorosen Massnahmen mittelfristig eine deutlich höhere Inflation.

Aktien

Die weltweiten Aktienmärkte stiegen im Mai und anfangs Juni deutlich. Der US-Aktienmarkt konnte seine Verluste seit anfangs Jahr gar aufholen. Die milliardenschweren geld- und fiskalpolitischen Massnahmen trugen massgeblich zur Erholung bei. Die Realwirtschaft lässt sich jedoch nicht so rasch wieder zum Laufen bringen. Kurzfristig sind damit unseres Erachtens die Aktienmärkte zu schnell, zu weit gelaufen. Eine Konsolidierung ist auch im Hinblick auf die Firmenresultate des zweiten Quartals zu erwarten.

Asset Allocation

Wir belassen unsere Asset-Allocation unverändert. Nach dem starken Anstieg der Aktien empfehlen wir jedoch eine leichte Reduktion der Positionen auf die vorgesehenen Quoten (Rebalancing). Damit bleibt der Aktienanteil auf einem leichten Untergewicht. Dies erscheint uns nach den deutlichen Kursavancen und den anhaltenden Unsicherheiten über den Pandemieverlauf gerechtfertigt. Obligationen bleiben im Hinblick auf die mageren Renditeaussichten untergewichtet. Gold bleibt als Stabilisator übergewichtet.

Unsere Sicht der Dinge: Mai 2020

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

Politik

Bei den politischen Entscheidungsträgern wächst die Einsicht, dass die Stilllegung der Wirtschaft einem Overkill gleichkommt. Gleichzeitig ist der Respekt vor der zweiten Ansteckungswelle gross. Schrittweise Lockerungen, verbunden mit Warnungen, dass beim Hochschnellen der Ansteckungsraten die Schraube wieder angezogen werden muss, entsprechen einem pragmatischen Vorgehen. Donald Trump versucht seine Wiederwahl zu retten, indem er China zum Sündenbock stempelt und mit neuen Strafzöllen droht.

Währungen

Schweizer Franken, Yen und US-Dollar haben sich im laufenden Jahr einmal mehr als sichere Häfen etabliert. Die Schweizerische Nationalbank versucht die Aufwertung des Frankens mit Interventionen am Devisenmarkt zu bremsen. Vor der Finanzkrise 2008 betrug die Bilanz der SNB 100 Mrd. CHF, mittlerweile liegt dieser Wert bei 900 Mrd. CHF und übersteigt damit das Bruttoinlandprodukt deutlich. Der Aufwertungsdruck bleibt im Zuge der gesunden Staatsfinanzen und der gesunkenen Zinsdifferenzen bestehen.

Jetzt wird alles anders…

Etliche Kommentatoren rufen einen Epochenwechsel oder eine Zeitenwende nach der Corona-Krise aus. Nichts soll wieder so sein wie vorher. Soziologen attestieren jedoch der Gesellschaft ein hohes Beharrungsvermögen. Das Ende der Globalisierung und des Kapitalismus sind damit nicht zu erwarten. Dagegen dürften sich Trends, welche schon vor der Corona-Krise bestanden haben verstärken. Das Verhältnis zwischen den USA und China war und bleibt angespannt. Die Digitalisierung wird sich durch die…

… oder doch nicht?

…positiven Erfahrungen (z.B. Homeoffice, E-Commerce, Contact-Tracing) beschleunigen. Innerhalb der EU kommen die Spannungen zwischen Nord und Süd wieder zum vorschein (Corona- oder Eurobonds). Sogar der Kampf gegen den Klimawandel wird uns erhalten bleiben, gibt es doch Thesen, dass dieser die Wahrscheinlichkeit von Pandemien erhöht. Es ist somit eher von der Kontinuität bestehender Konflikte und Krisen auszugehen als dass die Welt in eine neue Epoche aufbricht. Durchwursteln bleibt Programm.

Wirtschaft

In der Schweiz prognostiziert das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO für 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 6.7%. Der Einbruch ist massiv und wird vor allem das zweite Quartal stark prägen. Entscheidend wird sein, wie schnell die Motoren wieder zum laufen gebracht werden können. Social Distancing bleibt und streut dabei Sand ins Getriebe. Die Menschen wollen jedoch wieder Arbeiten, Konsumieren und ihre Freiheit zurück. Der Aufschwung kommt schneller als die Pessimisten erwarten.

Obligationen / Zinsen

Höherverzinsliche Anleihen haben sich im April zögerlich erholt. Die laufend nach unten revidierten Wirtschaftsprognosen hätten eine gegenteilige Reaktion erwarten lassen. Die Tatsache, dass allein die US-Notenbank Unternehmenskreditfazilitäten in Billionenhöhe zur Verfügung stellte, wirkte stabilisierend. Damit ist jedoch die faire Preisbildung durch den Markt verzerrt. Wie gross die effektiven Stützungskäufe sein werden, wird sich zeigen. Bereits die Ankündigung dieser Programme wirkte beruhigend.

Monitäres Umfeld / Inflation

Die Jahresteuerung ist in der Schweiz im April auf -1.1% gefallen und auch in Deutschland lag die Inflationsrate bei tiefen 0.8%. Die Corona-Krise wirkt damit kurzfristig deflationär. Mittelfristig dürfte die Inflation jedoch steigen. Eine höhere gesamtwirtschaftliche Nachfrage wird auf eine mit höheren Kosten kämpfende Angebotsstruktur treffen (Hygieneschutzmassnahmen kosten Produktivität). Als Damoklesschwert für eine stark ansteigende Inflation figurieren die enormen Ausweitungen der Geldmengen.

Aktien

Im April konnten sich die weltweiten Aktienmärkte erholen. Die enormen staatlichen Hilfspakete wirkten dabei stützend. Auch die langsame Normalisierung in China weckte Hoffnungen. Dividendenkürzungen zum Schutz der Firmenliquidität wurden teilweise gar positiv aufgenommen. 2020 wird punkto Gewinnentwicklung (USA -30% bis -40%) ein Desaster und hemmt das kurzfristige Kurspotential. Zukäufe sollten demnach nur an schwachen Börsentagen getätigt werden. Der Blick ins 2021 wird zunehmend wichtiger.

Asset Allocation

Wir nehmen keine Änderungen in unserer Asset-Allocation vor. In Anbetracht der Unsicherheiten über den weiteren Pandemieverlauf bleiben wir bei den Aktien leicht untergewichtet. Investitionen in Trends wie Gesundheit, Sicherheit oder Technologie gewinnen jedoch an Bedeutung. Bei den Obligationen bleiben wir untergewichtet. Wir erachten das Chancen/Risikoverhältnis, in Anbetracht der Marktverzerrung, nach wie vor als ungenügend. Gold ist in Zeiten der offenen Geldschleusen attraktiv und bleibt übergewichtet.

Unsere Sicht der Dinge: April 2020

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

Politik

Die politischen Behörden haben weltweit Massnahmen ergriffen, welche einen Grossteil der Wirtschaft ins künstliche Koma versetzten. China rühmt sich als vorbildlicher Krisenmanager, dabei versuchte Peking die Existenz des Virus am Anfang zu vertuschen. Die USA reagierten ihrerseits zu spät, Donald Trump unterschätzte die Gefahr. Die UNO hat es bis vor kurzem nicht geschafft, die Corona-Krise auf die Agenda zu setzen. Der Sicherheitsrat wird von den Chinesen präsidiert. Es fehlt an guter Kooperation.

Währungen

Der US-Dollar wurde als Leitwährung unter Stress gesetzt. Liquiditätsengpässe am US-Dollarfinanzierungsmarkt führten zu heftigen Kursausschlägen. Die US-Notenbank stellte daraufhin anderen Zentralbanken Swap (Tausch)-Arrangements zur Verfügung, wonach andere Währungen in USD gewechselt werden können. Zusätzlich wird eine neue Repo-Fazilität zur Verfügung gestellt, wo ausländische Notenbanken der FED US-Staatsanleihen gegen USD verkaufen können. Da zeigt die FED Führungsstärke.

Exit…

Für die Schweiz werden die Kosten für den momentanen Lockdown auf CHF 15 Mrd. pro Monat geschätzt. Die griffigen Abfederungsmassnahmen des Bundes mit Kurzarbeit, Überbrückungskrediten und Rechtsstillstand für Konkursverfahren verhindern einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit und eine Pleitewelle im Firmenbereich effizient. Vor allem Kleinstbetriebe verfügen über wenig Reserven, Existenzen sind gefährdet. In der Diskussion um die beste Eindämmungsstrategie des Corona Virus reicht das Spektrum…

… oder Exitus?

…von einer kontrollierten Durchseuchung (zwecks Steigerung der Immunität) bis zu einer länger andauernden rigiden Abschottung. Wir halten einen pragmatischen Mittelweg für die schrittweise Wiederbelebung des wirtschaftlichen- und gesellschaftlichen Lebens für vernünftig. Der maximale Gesundheitsschutz würde die Wirtschaft zum Patienten machen, welcher bald auf der Intensivstation landen würde. Das Fazit „Operation gelungen, Patient (Wirtschaft) gestorben“ wäre dann der wahre Super Gau der jetzigen Krise.

Wirtschaft

In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosengeld um rund 10 Mio. gestiegen. Der höchste Wert wurde bisher im Oktober 1982 mit knapp 700’000 Anträgen gemessen. Wie stark die Weltwirtschaft leiden wird ist sehr schwierig abzuschätzen, ein Rückgang des globalen Bruttoinlandprodukts um 1% – 2% ist möglich. 2008 schrumpfte die Weltwirtschaft um 1.7%. Die Hoffnungen ruhen auf China, welches rund ein Quartal Vorsprung im Pandemiezyklus aufweist. In der Schweiz könnte das BIP um 3% bis 4% einbrechen.

Obligationen / Zinsen

Die staatlich erzwungene Bremswirkung auf die Wirtschaftsentwicklung setzte Unternehmensanleihen und Emerging Markets Obligationen unter Druck. Die gestiegenen Ausfallwahrscheinlichkeiten führten zu höheren Risikoprämien, Anleger verlangen demnach für riskantere Papiere schlagartig eine höhere Rendite. Diese Entwicklung bereitet uns in Anbetracht der generell hohen Schuldenstände (Staaten und Unternehmen) Sorgen. Die lockere Geldpolitik schuf über Jahre falsche Anreize für Schuldner und Gläubiger.

Monitäres Umfeld / Inflation

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen weiter gesenkt, die Spanne liegt nun bei 0% bis 0.25%. Gleichzeitig hat sich die Bilanz der Notenbank von USD 4.3 Billionen auf USD 5.8 Billionen ausgeweitet. Käufe von Staatsanleihen und hypothekarbesicherten Wertpapieren sowie die Vergabe von Corona-Notfallkrediten führten zu dieser im Ausmass nie dagewesenen Ausdehnung. Auch die EZB erklärt sich bereit im Rahmen des Pandemie Emergency Purchase Programms für EUR 750 Mrd. Anleihen zu kaufen.

Aktien

Der März war ein schwarzer Monat für die weltweiten Aktienmärkte. Der Schweizer Aktienmarkt kam dank der hohen Gewichtung der defensiven Sektoren Pharma und Nahrungsmittel vergleichsweise glimpflich weg. Kleinere und mittlere Gesellschaften verloren weltweit überdurchschnittlich an Wert, sind sie doch sowohl produktemässig wie geographisch weniger gut diversifiziert. Wir erwarten weiterhin starke Schwankungen. Tradingorientierte Anleger können diese durch antizyklisches Handeln nutzen.

Asset Allocation

Wir belassen die aktuelle Asset Allocation unverändert. Dies bedeutet ein leichtes Untergewicht bei Aktien, ein Untergewicht bei Obligationen und ein Übergewicht beim Gold. Die Ausschläge an den Aktienmärkten sind nach wie vor hoch, was die starke Unsicherheit der Anleger widerspiegelt. Zukäufe von Aktienpositionen bei Rückschlägen sind sinnvoll, um die strategischen Gewichte wieder ins Lot zu bringen. Trotz des nervenaufreibenden Umfeldes sollten emotionale Anlageentscheide vermieden werden.

Unsere Sicht der Dinge: Dezember 2019

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

Politik

Die Wahlen in England werden zeigen, ob der Brexit nun doch vollzogen werden kann. Sollten die Tories die Wahlen gewinnen, wird Boris Johnson England per Ende Januar 2020 aus der EU führen. Ein umfassendes Freihandelsabkommen würde dann das Verhältnis zur EU regeln. Im Handelsstreit zwischen den USA und China lässt ein Teilabkommen weiter auf sich warten. Dass die USA die Demonstranten in Hongkong explizit unterstützen hilft nicht. Der Machtkampf der beiden Grossmächte bleibt uns erhalten.

Währungen

Kurzfristig spannend bleibt die Entwicklung des englischen Pfunds. Laut jüngsten Umfragen führt die Partei von Boris Johnson mit 43% Wähleranteil deutlich vor Labour mit 33%. Sollten sich die Umfragen bewahrheiten, würde dies dem Pfund weitere Unterstützung bieten. Ansonsten hat sich die Volatilität an den Devisenmärkten weiter zurückgebildet. Strukturell bleibt der Schweizer Franken eine relativ starke Währung (EZB bleibt ultraexpansiv), was unsere Notenbank auch weiterhin zwingt, den schwachen Euro zu stützen.

Immobilien

Eine Studie der Zürcher Kantonalbank zeigt auf, dass sich in der Schweiz nur noch 20% der Mieterhaushalte aufgrund ihres Einkommens für eine Hypothek qualifizieren. Vor zwanzig Jahren waren es noch 50%. Nimmt man das erforderliche Eigenkapital als Massstab, sind es nur 10%. Mietwohnungen lassen sich infolge des Anlagenotstandes institutioneller Anleger besser verkaufen als Stockwerkeigentum. Nebst den tiefen Zinsen wirkt damit auch das knappe Angebot an neuen Eigentumswohnungen preistreibend.

Wirtschaft

Obwohl sich die Frühindikatoren für die Industrie weltweit auf tiefem Niveau stabilisieren, ist noch kein Aufschwung in Sicht. Für einmal vermochten die Umfragen in Europa und China die Erwartungen zu übertreffen, während die Daten in den USA enttäuschend ausfielen. In Deutschland belastet der Umbruch in der Automobilindustrie. Der angekündigte Personalabbau in diesem wichtigen Industriezweig beträgt für 2019 kumuliert rund 50’000 Stellen. Das sind 6% der in der Autoindustrie beschäftigten Personen.

Obligationen / Zinsen

Die Obligationenrenditen haben sich von ihren Tiefstständen im August etwas nach oben bewegt. Die US-Notenbank wird die Zinsen vorderhand nicht weiter senken, konnten doch im November 266’000 neue Stellen geschaffen werden, was dem höchsten Wert seit Januar entspricht. Zudem ist die Arbeitslosenquote in den USA auf 3.5% gefallen. Das moderate Wachstum der Weltwirtschaft sowie der ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China verhindern jedoch einen weiteren deutlichen Zinsanstieg.

Gold

Die jüngsten politischen Entspannungen beim Brexit und dem Handelskonflikt USA – China sowie der Zinsanstieg der Kapitalmarktrenditen aufgrund der Stabilisierung der zyklischen Frühindikatoren setzten den Goldpreis etwas unter Druck. Die anhaltend expansive Geldpolitik der Notenbanken sowie die nach wie vor tiefen oder gar negativen Realzinsen dürften dem Goldpreis nächstes Jahr wieder Auftrieb geben. Die tiefe Korrelation des Goldpreises mit den Aktienmärkten beeinflusst das Portfoliorisiko positiv.

Monetäres Umfeld / Inflation

In der Schweiz liegt die Teuerung mit -0.1% seit zwei Monaten wieder im negativen Bereich. Dies gäbe der Schweizerischen Nationalbank die Möglichkeit, die Zinsen weiter zu senken. Der Unmut der Sparer wächst jedoch zunehmend, weshalb wir erwarten, dass die SNB am Status Quo nichts ändern wird. Derweil sinnieren Notenbanker in den USA und Europa, ob sie sich nicht auch noch um Umverteilungspolitik und Klimawandel kümmern sollten. Die Machtausweitung der grossen Notenbanken ist beunruhigend.

Aktien

Die weltweiten Aktienmärkte konnten sich auch im November positiv in Szene setzen. Die absoluten Bewertungen sind im historischen Vergleich recht hoch. Betrachtet man jedoch die relative Bewertung zu den Obligationen, sieht diese vernünftig aus. Aktien bleiben damit attraktiv, solange die Zinsen tief bleiben. In der Schweiz werden den Bankkunden vermehrt Negativzinsen auf Konten belastet, was den Druck erhöht, das Geld zu investieren. Obwohl die Luft dünner wird, kommt man an Aktienanlagen nicht vorbei.

Asset Allocation

Die aktuellen Quoten der verschiedenen Anlageklassen bleiben unverändert. Im Aktienbereich haben zurückgebliebene Value-Aktien noch Aufholpotenzial. Um allfällige Rückschläge etwas zu dämpfen, können auch Produkte mit tieferer Volatilität (Low Volatility) zielführend sein. Generell gilt für die Asset Allocation, dass Realwerte (Aktien, Gold, teilweise Immobilien) den Nominalwerten (Obligationen, Liquidität) aufgrund der geldpolitischen Experimente der Notenbanken überzugewichten sind.

Unsere Sicht der Dinge: Januar 2019

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG regelmässig einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen des kommenden Monats. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Finanzen.

Politik

Die Turbulenzen an den Aktienmärkten sowie deutliche Anzeichen einer wirtschaftlichen Verlangsamung erhöhen den Druck auf die USA und China, im Handelsstreit Lösungen zu erarbeiten. Die EU lässt im Dezember gegenüber der Schweiz verlauten, dass ohne Rahmenvertrag keine neuen Marktzugangsabkommen mehr möglich sind. Ebenso betroffen wären bestehende Verträge, welche nicht mehr aktualisiert werden könnten. Die Anerkennung der Börsenäquivalenz wurde um sechs Monate verlängert.

Währungen

Die Wirkung der fiskalpolitischen wird 2019 in den USA nachlassen, sodass die US-Wirtschaft in ein gemächlicheres Wachstum mündet. Dies wird unseres Erachtens den Aufwertungsdruck auf den USD bremsen (nahes Ende des Zinserhöhungszyklus). Der Euro ist jedoch nach wie vor keine valable Alternative. Der Entscheid des Europäischen Gerichtshofs, dass die Anleihenkäufe der EZB am Sekundärmarkt rechtens seien, stellen einen Freipass zur Staatsfinanzierung via Notenpresse dar.

Immobilien

Erstmals seit fünf Jahren verloren indirekte Immobilienanlagen (Immobilienfonds) in der Schweiz an Wert (-5.3%). Der durchschnittliche Aufschlag (Agio) gegenüber dem inneren Wert ist im Durchschnitt aller Immobilienfonds von 29.4% auf 15.7% zurückgegangen. Damit hat sich die Bewertung etwas normalisiert, ist aber immer noch zu hoch. Die Leerstandsquote für Mietwohnungen steigt seit acht Jahren an und beträgt nun 2.5%. Auch für 2019 ist mit einem weiteren Anstieg an leeren Wohnungen zu rechnen.

Wirtschaft

Die Frühindikatoren haben sich im Dezember eingetrübt. In den USA sank der Einkaufsmanagerindex für die Industrie von 59.3 auf 54.1 Punkte. Dies signalisiert eine Wachstumsverlangsamung, aber noch keine Rezession. Für eine weiche Landung sprechen die pragmatische Haltung der US-Notenbank, tiefe Rohstoffpreise und sinkende Inflationserwartungen. Für die Weltwirtschaft wird 2019 ein Wachstum von rund 3.5% erwartet. Die Schwellenländer wachsen dabei um 4.5%, die Industriestaaten um 2%.

Obligationen / Zinsen

Im Dezember profitierten Staatsobligationen vom Verkaufsdruck an den Aktienmärkten. In den USA sank dadurch die Rendite zehnjähriger Regierungsanleihen von 3% auf unter 2.7%. Damit wurde die Zinskurve invers, d.h. die kurzfristigen Zinsen lagen leicht höher als die langfristigen. Für viele Analytiker gilt dies als Signal für eine Rezession. Da jedoch das Zinsniveau unter 3% liegt (frühere Zyklen 5% bis 6%), entfällt die brüske Bremswirkung der Geldpolitik. Obligationen bleiben insgesamt unattraktiv.

Gold

Im Zuge der jüngsten Entspannung bei den Kapitalmarktzinsen und den Einbrüchen an den Aktienmärkten erwies sich Gold erneut als Stabilisator. Die Erwartung, dass sich der Zinserhöhungszyklus in den USA langsam seinem Ende nähert und damit der Aufwertungsdruck auf den USD nachlässt, wird den Goldpreis weiterhin unterstützen. Schwelende Krisenherde wie beispielsweise die maroden Banken in Italien werden auch 2019 für Turbulenzen sorgen. Wir erachten Gold weiterhin als Krisenwährung.

Monetäres Umfeld / Inflation

Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, hat jüngst kommuniziert, dass der neutrale Leitzins über der aktuellen Marke liegt. Dies gibt der Notenbank die Möglichkeit, zukünftige Zinsentscheide entlang der erwarteten Wirtschaftsentwicklung auszurichten. Im Vergleich zur EZB oder Schweizerischen Nationalbank verfügt die US-Notenbank damit über einen komfortablen geldpolitischen Spielraum. Die Inflationsraten tendieren infolge der schwachen Energiepreise kurzfristig rückläufig.

Aktien

Das schwierige Aktienjahr 2018 endete mit äusserst scharfen Korrekturen im Dezember. Die Zinserhöhung der US-Notenbank wurde von den Märkten als Kampfansage der Notenbank gegenüber dem Präsidenten interpretiert. Der US-Aktienmarkt verlor daraufhin im Dezember 10%. Wir erachten die Korrekturen als übertrieben und erwarten eine Gegenbewegung. Die Bewertung der Aktien ist auf den aktuellen Niveaus und unter Berücksichtigung der tiefen Zinsen angemessen. Selektive Käufe sind angezeigt.

Asset Allocation

Wir reduzieren unsere Positionen bei den USD-Anleihen zugunsten von CHF-Liquidität und von Ermerging Markets-Aktien. Damit sind wir bei den Aktien aufstrebender Länder wieder neutral gewichtet. Die Bewertung dieser Anlagekategorie ist nach den letztjährigen Korrekturen günstig und das Wirtschaftswachstum liegt nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt der Industrieländer (China +6%, Indien +7%). Insgesamt sind wir bei Aktien übergewichtet, bei den Obligationen untergewichtet und beim Gold übergewichtet.