Corona-Virus

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG regelmässig einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen. Heute im Fokus: die Auswirkungen des Corona-Virus.

Die Verbreitung des neuartigen Corona-Virus und die Massnahmen der Behörden zu dessen Eindämmung lösten an den Aktienmärkten Panik aus. Dies führte zu hohen Kursverlusten in sehr kurzer Zeit. Der Swiss Market Index verlor beispielsweise 11.5 %.

Während die Ansteckungsraten in China rückläufig tendieren, breitet sich das Virus in der restlichen Welt rasch aus. In Europa ist dies vor allem in Norditalien der Fall. In China ist die Sterberate innerhalb eines Monats von 2.2 % auf 3.5 % angestiegen. Allerdings sterben vor allem ältere Menschen, welche vorbelastet sind. In China sind die schlechte Luftqualität und die hohe Anzahl von Rauchern verantwortlich für Lungenerkrankungen. Bei Menschen ohne Vorbelastung, welche unter 40 Jahre alt sind, liegt die Sterberate praktisch bei 0 %.

Die Globalisierung führte dazu, dass Produkte oder Teile davon dort hergestellt werden, wo diese am günstigsten produziert werden können. Dies führt zu starken Abhängigkeiten. Die USA importieren rund 20 % der benötigten elektronischen Komponenten aus China. Massnahmen, wie Fabrikschliessungen und Quarantänen, können diese Lieferketten stören. Die aktuelle Situation wird den Skeptikern der Globalisierung und den Protektionisten Auftrieb verleihen.

Was heisst das nun für die Finanzmärkte? Die Aktienmärkte wurden definitiv auf dem falschen Fuss erwischt. Ein derartiger externer Schock, welcher COVID-19 darstellt, war nicht auf dem Radar. Im Februar wurden zudem noch neue Allzeithöchststände erzielt, was erklärt, warum die Korrekturen so rasch und so heftig ausgefallen sind. Die Rückschläge implizieren einen Gewinnrückgang der Unternehmen in den USA und in Europa von 10 % bis 15 % und in China von 20 % bis 25 %. Auf der geldpolitischen Seite wird in den USA bereits mit vier Zinssenkungen gerechnet. Dies dürfte die Märkte etwas beruhigen, auch wenn es realwirtschaftlich keine grosse Wirkung entfalten wird. Die Aktienmärkte werden volatil bleiben. Anleger sollten sich aber nicht zu hektischen Aktivitäten verleiten lassen.

Fazit: Wir haben die Aktienquoten im Januar reduziert und verfügen über relativ hohe Liquiditätsquoten in unseren Portfolios. Wir verzichten daher auf einen weiteren Abbau von Aktien. Allerdings erachten wir es als zu früh, die Quoten bereits wieder zu erhöhen, weil die Angst das Marktgeschehen bestimmt und der weitere Verlauf der Virus-Krise und die daraus folgenden wirtschaftlichen Schäden nicht prognostiziert werden können. Es gilt somit das Pulver am Trockenen zu halten. Ein teilweises Rebalancing (die Aktienquoten sind durch die Korrektur von selbst gesunken) erachten wir jedoch als sinnvoll. Qualitätstitel wie Novartis, Swisscom, Swiss Re oder LafargeHolcim können an schwachen Börsentagen in homöopathischen Dosen gekauft werden.