Unsere Sicht der Dinge: November 2019

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

 

Politik

Im Handelsstreit zwischen den USA und China wird auf ein sogenanntes Phase-1-Abkommen hingearbeitet. Damit könnte Donald Trump wenigstens einen kleinen «Deal» vorweisen. Primär geht es bei dieser Vereinbarung um die Abnahme amerikanischer Agrargüter im Wert von rund USD 40 Mrd. über die nächsten zwei Jahre. Die Finanzmärkte erwarten, dass ein Abschluss kurz bevorsteht. Das Schicksal des Brexit wird durch die Dezemberwahlen bestimmt. Die Tories liegen bei den Umfragen vorne.

Währungen

Die Lösung des gordischen Knotens bei den Brexit-Verhandlungen verhalfen dem englischen Pfund und in dessen Sog dem Euro zu einer Erholung. Das Pfund ist nach wie vor deutlich unterbewertet, liegt doch die Kaufkraftparität gegenüber dem CHF bei rund CHF 1.45. Wir sehen damit weiteres Erholungspotenzial für das britische Pfund, zumal das Risiko für einen «No Deal-Brexit» deutlich gesunken ist. Der USD hat sich im Zuge der Zinssenkung leicht abgeschwächt und dürfte nun seitwärts tendieren.

Die politische Schweiz…

Die Parlamentswahlen im Oktober führten zu einem deutlichen Rutsch Richtung Links-Grün. Im Nationalrat verloren die bürgerlichen Parteien SVP, FDP, CVP und BDP 22 Sitze und kommen noch auf 110 von 200 Mandaten. Da erfahrungsgemäss Teile der CVP, FDP und BDP mit der Ratslinken stimmen, werden es sozialpolitische (Umverteilung) und Umweltthemen (Lenkungsabgaben, Verbote) einfacher haben, Mehrheiten zu finden. Dies wird zu einer Mehrbelastung der Wirtschaft führen. Beispiele sind die…

…langweilig war es früher

…CO2-Steuer, Rückzonungen von Bauland, obligatorische Elternzeit usw. Aussenpolitisch steht erneut Ungemach von der OECD an. Unternehmenssteuern sollen nicht mehr am juristischen Sitz der Gesellschaft anfallen, sondern dort, wo deren Produkte verkauft werden. Multinationale Firmen, welche wenig Umsatz in der Schweiz tätigen, wären davon stark betroffen. Dem Schweizer Fiskus könnten damit ein bis fünf Mrd. CHF Steuereinnahmen entgehen. Kleinstaaten wären generell die Verlierer eines solchen Steuerregimes.

Wirtschaft

Die Stimmungsindikatoren in der Industrie konnten sich im Oktober weltweit auf tiefem Niveau stabilisieren. In den USA stieg das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 1.9%, was über den Erwartungen lag. In Deutschland stieg der vielbeachtete IFO-Index für die Geschäftserwartungen von 90.9 auf 91.5 Punkte. Vorher sank dieser Index sechs Mal in Folge. Auch in der Schweiz erholte sich das KOF-Konjunkturbarometer leicht von 93.1 auf 94.7 Punkte. Insgesamt sind wir von einer Erholung noch weit entfernt.

Obligationen / Zinsen

Obwohl die Notenbanken weiterhin für eine expansive Geldpolitik plädieren, stiegen die Renditen an den Kapitalmärkten leicht an. Auch hier dürften die Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelsstreit, und in der Folge Umlagerungen von Obligationen in Aktien der Grund dafür sein. Damit mussten im Oktober auf den festverzinslichen Werten leichte Verluste in Kauf genommen werden. Da die Aktienmärkte bereits eine Konjunkturerholung zu antizipieren beginnen, werden die Obligationenzinsen kaum sinken.

Monetäres Umfeld / Inflation

Die US-Notenbank senkte im Oktober die Leitzinsen um 0.25% auf 1.50 – 1.75%. Dieser Schritt war erwartet worden. Unter dem Eindruck des anhaltend guten Wirtschaftswachstums und einer positiven Beschäftigungsentwicklung, erfolgte die Zinssenkung unter dem Hinweis, dass nun wohl eine Pause eingelegt wird. Es ist damit in den USA im laufenden Jahr kein weiterer Zinsschritt zu erwarten. In der Schweiz fiel die Inflationsrate erstmals seit drei Jahren wieder in den negativen Bereich und liegt bei -0.3%.

Aktien

Die Aktienmärkte haben sich nach dem Einbruch anfangs Oktober wieder erholt und verzeichneten teilweise gar neue Höchststände. Die zuvor abgestraften zyklischen Aktien reagierten positiv auf die Stabilisierung der konjunkturellen Frühindikatoren. Ein zu starkes Antizipieren eines allfälligen Wirtschaftsaufschwungs birgt jedoch auch Risiken für erneute Rückschläge bei den Industrietiteln. Da der englische Aktienmarkt infolge der Brexit-Unsicherheiten zurückgeblieben ist, sehen wir dort Aufholpotenzial.

Asset Allocation

Wir nehmen keine Änderungen bei der Asset Allocation vor. Innerhalb der Aktienquote empfehlen wir den Aufbau einer kleinen Position in England zulasten des Schweizer Aktienteils. Da der Schweizer Aktienmarkt bisher die beste Performance unter den etablierten Märkten gezeigt hat, sehen wir für unseren Heimmarkt kurzfristig eher eine Verschnaufpause. Wir bleiben bei den Aktien insgesamt übergewichtet, würden jedoch im Zuge der jüngsten Kurserholungen überhöhte Positionen leicht reduzieren.

Unsere Sicht der Dinge: Oktober 2019

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

 

Politik

Die Welthandelsorganisation WTO entschied, dass die EU den Flugzeugbauer Airbus zu unrecht subventioniert hat und erlaubt, den USA Zölle auf einen Warenwert von USD 7.5 Mrd. zu erheben. Seit über 15 Jahren dauert dieser Streit bereits an und zeigt damit die Trägheit der WTO. Schlimmer wäre allerdings, wenn die USA im November Zölle auf europäische Autos und Autoteile erheben würden. Im Handelsstreit mit China zeichnet sich trotz fortgesetzten Verhandlungen keine substanzielle Lösung ab.

Währungen

Die schwache Konjunktur in der Eurozone und die expansivere Geldpolitik der EZB dürften den Euro schwächen. Im Gegensatz zur EZB, welche den Einlagesatz für Banken von -0.40% auf -0.50% gesenkt hat, verzichtete die SNB auf eine Zinssenkung. Die EZB kauft zudem monatlich wieder Anleihen im Wert von EUR 20 Mrd. Sollte die US-Notenbank entgegen dem allgemeinen Konsens Ende Oktober eine etwas mutigere Zinssenkung vornehmen, wird sich auch der USD gegenüber dem CHF etwas abschwächen.

Verschuldung, auch in der Schweiz…

In der Schweiz beträgt die Staatsverschuldung (Bund, Kantone, Gemeinden) rund 28% des Bruttoinlandprodukts. Seit 2004 sind diese Schulden um 18% gesunken, der Anteil am BIP betrug damals 47%. Dieser Erfolg ist u.a. auf die Schuldenbremse zurückzuführen, welche 2001 vom Volk beschlossen wurde. Anders sieht es bei der Hypothekarverschuldung aus. Diese beträgt über CHF 1’000 Mrd. was rund 145% des BIP entspricht. 2004 betrug dieser Anteil noch 105%. Das Hypothekenvolumen ist seit 2004…

…nicht unproblematisch

…um 94% gestiegen. Auch bei den Konsum-, Bar- und Autoleasingkrediten ist seit 2004 ein Anstieg um rund 60% festzustellen, allerdings ist dort das Volumen mit rund CHF 24 Mrd. eher bescheiden. Stark zugenommen haben dabei Leasingkredite. Gemäss dem Schweizerischen Leasingverband werden in der Schweiz 50% aller Autos geleased. Die Schweiz steht in punkto Staatsverschuldung sehr gut da, bei der Hypothekar- und Privatverschuldung sieht es dagegen infolge der Tiefzinspolitik eher besorgniserregend aus.

Wirtschaft

In den USA sank der stark beachtete Einkaufsmanagerindex für die Industrie im September von 49.1 auf 47.8 Punkte und verfehlte damit die Erwartungen. Der Index sank damit auf den tiefsten Stand seit 2009 und lässt Rezessionsbefürchtungen aufkommen. In der Schweiz fiel der vergleichbare Frühindikator auf 44.6 Punkte, was ebenfalls dem schlechtesten Wert seit Juli 2009 entspricht. In Deutschland revidierten führende Prognoseinstitute das Wirtschaftswachstum für 2019 auf noch 0.5% herunter.

Obligationen / Zinsen

Nachdem die Kapitalmarktzinsen im September wieder leicht gestiegen sind, werden sie infolge der tieferen Inflationserwartungen und der relativ schwachen Weltwirtschaft kaum weiter steigen. Schlechte Schuldner können jedoch in wirtschaftlich schlechteren Zeiten nur bedingt vom tiefen Zinsniveau profitieren. Dies zeigte der Konkurs des Reisekonzerns Thomas Cook, welcher für Kredite rund 6% Zinsen bezahlen musste. Steigende Bonitätsrisiken dürften die Obligationenmärkte vermehrt belasten.

Monetäres Umfeld / Inflation

Die Inflationsraten liegen in den USA und in der Eurozone deutlich unter den Marken von 2%, welche von den Notenbanken als «Preisstabilität» bezeichnet werden. In der Schweiz stieg der Konsumentenpreisindex im September um lediglich 0.1%. Zusammen mit den schwächeren Konjunkturdaten ermöglicht dies den Zentralbanken, die Geldschleusen weiter zu öffnen. In den USA könnte dies gar bedeuten, dass die FED im Oktober eine Zinssenkung von 0.5% vornimmt, um den Abschwung abzudämpfen.

Aktien

Die weltweiten Aktienmärkte gerieten aufgrund aufkeimender Rezessionsängste und neuer Provokationen von Präsident Trump gegenüber China unter Druck. Vor allem konjunkturabhängige Firmen, welche im September noch freundlich tendierten, mussten jüngst herbe Rückschläge verkraften. Der Oktober gilt saisonal als turbulenter Monat. Wir erwarten jedoch, dass sich die Aktienmärkte wieder beruhigen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die bevorstehenden Firmenresultate die Erwartungen erfüllen.

Asset Allocation

Wir belassen unsere aktuelle Asset Allocation unverändert. In Aktien bleiben wir somit übergewichtet und in Obligationen deutlich untergewichtet. Die Bewertung der Aktienmärkte ist im Vergleich zu den Festverzinslichen nach wie vor deutlich attraktiver. Wir erwarten, dass insbesondere in Deutschland die tiefe Staatsverschuldung zur Stimulierung der Wirtschaft genutzt wird. Dies dürfte der Konjunktur mehr helfen als die lockere Geldpolitik der EZB. Die neue Chefin des IWF hat sich bereits in diese Richtung geäussert.

Unsere Sicht der Dinge: Juli 2019

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG jeden Monat einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen der kommenden vier Wochen. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und deren potenzielle Folgen in den Bereichen Politik, Wertanlagen, Wirtschaft und Finanzen.

 

Politik

Der G20-Gipfel in Osaka brachte zwar keine Lösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China, aber immerhin eine Fortführung der Verhandlungen. In Europa wurden Ursula von der Leyen (Präsidium EU-Kommission) und Christine Lagarde (Präsidium Europäische Zentralbank) für zwei Schlüsselpositionen neu nominiert. Die Finanzierung maroder EU-Länder über die Notenpresse dürfte sich damit fortsetzen. Die Schweizerische Nationalbank wird an dieser Ausgangslage keine Freude haben.

Währungen / Gold

Die Zinsdifferenz und die relative Stärke der US-Wirtschaft gaben dem USD bis anhin eine solide Unterstützung. Die tieferen Zinsen machen es momentan unattraktiver, die US-Zwillingsdefizite zu finanzieren und werden damit den USD tendenziell belasten. Gegen einen festeren EUR spricht die neue designierte EZB-Chefin Christine Lagarde, welche sich bereits beim IWF für eine lockere Geld- und Fiskalpolitik ausgesprochen hat. Der Goldpreis und der CHF könnten unseres Erachtens die Gewinner sein.

Libra…

Facebook gründet in Genf einen Verein namens Libra. Prominente Unternehmen wie Visa, Uber und Vodafone zählen zu den Mitgliedern. Zweck ist die Lancierung einer auf der Blockchain-Technologie basierenden E-Währung. Diese wird durch einen Hartwährungskorb gesichert. Damit verfügt Libra über einen inneren Wert. Dies im Gegensatz zum Bitcoin, welcher in der Kategorie Casino anzusiedeln ist. Der Libra soll primär als Zahlungsmittel für Nutzer ohne Bankverbindung dienen. Da sich solche Nutzer vorab…

…die neue Währung

…in Schwellenländern befinden, wird er dort auf grosses Interesse stossen. Das Risiko als Mittel zur Kapitalflucht zu dienen, dürfte politische Wiederstände auslösen. Nicht erfreut sind die Banken, würden ihnen doch günstige Refinanzierungsmittel entzogen. Die Idee erscheint uns innovativ und zukunftsträchtig. Regulierungsbehörden (z.B. Datenschutz), Notenbanken und politische Instanzen werden am Schluss ausschlaggebend sein, ob der Libra in der Realität umgesetzt werden kann. Das Projekt ist spannend.

Wirtschaft

Die konjunkturellen Vorlaufindikatoren für die Weltwirtschaft präsentieren sich auch im Juni eher auf der negativen Seite. In der Schweiz lag der Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Juni bei 47.7 Punkten und verfehlte damit die Erwartungen. Zudem liegt dieser Indikator seit drei Monaten unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. In den USA wird sich das Wachstum (Q1: 3.2%) auf 2% abschwächen, was in etwa dem Potenzialwachstum entspricht. In China hinterlässt der Handelskonflikt negative Spuren.

Obligationen / Zinsen

Die 10-jährigen Staatsobligationen in den USA rentieren aktuell unter 2%. Der starke Renditerückgang kann als Indikator für eine markante Wirtschaftsabschwächung, als Vorbote für deutliche Zinssenkungen durch die Notenbank oder beides interpretiert werden. Wir sind der Meinung, dass die Zinsen zu tief gefallen sind, da sich das Wirtschaftswachstum in den USA weiterhin solide entwickeln wird, wenn auch nicht auf dem Wunschniveau von Donald Trump (3%). Wir erwarten wieder etwas höhere Zinsen.

Monetäres Umfeld / Inflation

Die US-Notenbank vollzog an ihrer Juni-Sitzung eine bemerkenswerte Kehrtwende. Die FED beschreibt ihre Politik nicht mehr als „geduldig“, sondern benutzt die Formulierung „enge Überwachung“. Der Markt erwartet damit zwei bis drei Zinssenkungen bis Ende 2019. Tiefere Inflationserwartungen, anhaltende Handelskonflikte sowie schwächere Frühindikatoren sind die Begründungen der FED. Die EZB hat ebenfalls Zinssenkungen und eine Wiederausweitung der Wertpapierkäufe signalisiert.

Aktien

Die Vermeidung einer Eskalation im Handelsstreit sowie die expansiven Signale der Notenbanken beflügelten im Juni die Aktienmärkte. Die bevorstehende Berichtssaison der Firmen über die Halbjahresresultate und die Kommentare zu den Aussichten werden nun den Blick wieder mehr auf fundamentale Fakten lenken. Wir erwarten eher negative Überraschungen. In Anbetracht der starken Kursavancen empfehlen wir, die aktuelle Stärkephase zu selektiven Aktienverkäufen und Portfoliobereinigungen zu nutzen.

Asset Allocation

Die aktuellen Quoten in unserer taktischen Vermögensallokation bleiben unverändert. Dies bedeutet ein kleines Untergewicht bei den Aktien (v.a. Europa) und ein klares Untergewicht im Obligationensektor. Obwohl wir nicht von einer harten Landung der Weltwirtschaft ausgehen, haben die Aktienmärkte viel Positives antizipiert. Obligationen bleiben nach dem jüngsten Zinsrückgang unattraktiv. Gold hat jüngst deutlich zugelegt und damit auf die tieferen Zinsen reagiert. Wir bleiben im Gold übergewichtet.

TOMORROWLAND: DIE ZUKUNFT DER ARBEIT

Digitalisierung, Automatisierung und Virtualisierung – die Buzzwords des Arbeitsmarkts von morgen geistern schon heute durch die Medien und Köpfe der Menschen. Was dabei oft untergeht: Der einschneidende Wandel verändert auch die Sicht darauf, wie wir Arbeit sehen und welche neuen Perspektiven sich dadurch eröffnen.

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UNSERE SICHT DER DINGE: DEZEMBER 2018

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG regelmässig einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen des kommenden Monats. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Finanzen.

 

Politik

Am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires vereinbarten die USA und China eine 90-tägige Verhandlungsfrist zur Lösung des Handelsstreits. Damit gewinnt man etwas Zeit, ohne das Problem wirklich zu lösen. Immerhin wurde am G20-Gipfel beschlossen, die Welthandelsorganisation WTO zu reformieren. Vielleicht ebnet dies den Weg, die Streitschlichtung wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Für die Finanzmärkte bleiben die handelspolitischen Querelen kurzfristig als unbequemer Unsicherheitsfaktor bestehen.

Währungen

Trotz eines allfälligen Marschhalts bei der Normalisierung der US-Zinsen behauptet sich der US-Dollar relativ gut. Der EURO wird durch die aktuell enttäuschenden Konjunkturdaten und die strukturellen Probleme der Eurozone (z.B. Italien) belastet. In Frankreich beunruhigt die Bewegung der Gilets jaunes. Es zeigt, dass es für Präsident Macron schwierig wird, seine Politik durchzusetzen. Die Parteien am linken und rechten Rand wetzen bereits die Messer. Der Euro wird dadurch tendenziell geschwächt.

Globale Verschuldung…

Die globale Verschuldung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, beträgt rund 320%, diese sind über 20% mehr als vor der Finanzkrise. Die Geldpolitik der Notenbanken, welche die Märkte mit billigem Geld überschwemmten, setzten falsche Anreize. Bei den Unternehmensanleihen mit einem BBB-Rating (knapp vor Ramschpapieren) hat sich das Volumen von USD 770 Mrd. 2009 bis heute auf rund USD 2’450 Mrd. erhöht – dies grösstenteils durch Neuemissionen und Herabstufungen. In einer Phase, in der sich das…

…spricht für Gold

…Wirtschaftswachstum verlangsamt, erhöhen sich die Risikoaufschläge für solche Schuldpapiere. Sichere Staatsobligationen werden dann gesucht. Wir halten damit an unserer Empfehlung für qualitativ gute USD-Anleihen im mittleren Laufzeitenbereich fest. Die Zinsentspannung bei den US-Regierungsanleihen gaben dem Goldpreis jüngst eine gewisse Stütze. Sollten sich durch die hohe globale Verschuldung Probleme auf den Kreditmärkten einstellen, wird Gold als Krisenwährung wieder an Glanz gewinnen.

Wirtschaft

In der Schweiz ist das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal unerwartet um 0.2% geschrumpft (Warenexporte -4.2%, Ausrüstungsinvestitionen -2.0%). Auch Deutschland (-0.2%) und Japan (-0.3%) mussten im dritten Quartal Rückschläge beim BIP-Wachstum hinnehmen. In Deutschland hat der Rückgang der Automobilproduktion belastet und in Japan waren es Naturkatastrophen. Generell werden wir uns 2019 weltweit an tiefere Wachstumsraten gewöhnen müssen.

Obligationen / Zinsen

Die veränderte Tonalität der US-Notenbank führte zu einem Rückgang der Renditen bei Staatsanleihen. Zehnjährige US-Treasuries rentieren wieder unter 3%. Dagegen mussten Anleihen mit schlechterem Rating, z.B. BBB, deutliche Kursrückschläge gewärtigen. Dieser Trend dürfte sich im Zuge der zu erwartenden wirtschaftlichen Eintrübung fortsetzen. Falls die EZB Ende Jahr den Kauf von Unternehmens- und anderen Anleihen einstellt, wird dies die Finanzierungsbedingungen auch in Europa verteuern.

Monetäres Umfeld / Inflation

Die jüngsten Abwärtsrevisionen des Weltwirtschaftswachstums durch die OECD, die Turbulenzen an den Aktienmärkten sowie die Dauerkritik von Donald Trump, veranlassten den Chef der US-Notenbank zur Ankündigung, künftig weniger Zinserhöhungen vorzunehmen. Damit nutzt die US-Notenbank in verbaler Form die Möglichkeit, die Märkte etwas zu beruhigen. In der Schweiz fiel die Inflationsrate im November auf 0.9 Prozentpunkte. Der starke Rückgang der Erdölpreise dämpft die Inflationserwartungen generell.

Aktien

Die Aktienmärkte vermochten sich im November etwas zu stabilisieren, eine Rallye zum Jahresende blieb bisher jedoch aus. Die Reaktion nach dem G20-Gipfel war nur ein Strohfeuer. Bei den Schweizer Aktien wurden konjunktursensitive Aktien in defensive Werte umgeschichtet. Diese dienen mangels Alternativen als Obligationenersatz. Anleger vertrauen auf deren stabile Gewinne und Dividendenrenditen. Trotz der erhöhten Volatilität an den weltweiten Aktienmärkten gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Asset Allocation

Innerhalb des Aktienbereichs reduzieren wir die starke Übergewichtung bei den Trends und kaufen eine kleine Position in den Emerging Markets zurück. Diese haben 2018 überdurchschnittlich stark korrigiert. In China werden für 2019 Steuersenkungen für Unternehmen und Haushalte erwartet, welche rund 1.5% des BIP ausmachen dürften. Mangels Alternativen bleiben wir bei den Aktien trotz hoher Volatilität leicht übergewichtet. Selektiv können stark gefallene Einzeltitel guter Firmen hinzugekauft werden.

ESPORTS: DIGITALE ATHLETEN EROBERN DIE ARENEN

Gaming galt lange als wenig ernsthafte Freizeitbeschäftigung – für eine kleine Nischengruppe und reine Ablenkung von den wichtigen Dingen des Lebens. Diese Wahrnehmung hat sich gewandelt: Mittlerweile gibt es mehr Gamer als Nicht-Gamer, der Markt bricht einen Rekord nach dem anderen und die Szene professionalisiert sich zusehends. Mit Carlo Bertone von der FONTARIS AG sprechen wir darüber, was für E-Athleten zum Thema Planung und Vorsorge zu beachten ist.

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Unsere Sicht der Dinge: Oktober 2018

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG regelmässig einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen des kommenden Monats. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Finanzen.

 

Politik

Nach über einem Jahr konnten die Verhandlungen zwischen den USA und Kanada für ein neues NAFTA-Abkommen abgeschlossen werden. Dieses ersetzt den Vertrag von 1994 und heisst neu USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement). Für die Autoindustrie ist damit der angedrohte 25%-Zoll vom Tisch. Um Autos zollfrei in einem der drei Länder zu verkaufen, müssen sie zu 75% auf dem nordamerikanischen Kontinent und zu 70% aus heimischem Stahl und Aluminium gefertigt sein.

Währungen

An der Währungsfront hat sich der CHF jüngst etwas abgeschwächt. Der Euro konnte sich leicht stabilisieren, nachdem Italien versprochen hatte, für die Jahre 2020/21 das Budgetdefizit auf 2.1% bzw. 1.8% zu senken. Die EU hat jedoch Italien für das eingereichte Budget 2019, welches ein Defizit von 2.4% vorsieht, bereits schriftlich verwarnt. Die Zinserhöhungen in den USA machen unseres Erachtens den USD zunehmend attraktiver, weshalb wir diesen gegenüber dem Euro bevorzugen.

Immobilien

Die neusten Statistiken zeigen für die Schweiz einen Leerwohnungsbestand von 72’000 Einheiten. Dies entspricht einer Zunahme im Vorjahresvergleich von 8’000 Wohnungen oder einer Verdopplung innerhalb von neun Jahren. Dies wird laut Experten die Marktmieten 2018 um 1.5% und 2019 um 2.5% sinken lassen. Dass der Immobilienmarkt eine Abkühlung erfährt, zeigen auch die Aufpreise zum inneren Wert der kotierten Immobilienfonds. Diese sind seit Ende Jahr von 29% auf 18% geschrumpft.

Wirtschaft

In der Schweiz erwartet die Konjunkturforschungsstelle der ETH ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2018 von 2.9% (alt: 2.3%) und für 2019 1.7% (alt: 1.9%). Eine Inflation von unter 1% und eine Arbeitslosenquote von 2.5% runden das erfreuliche Bild ab. Die Finanzmärkte scheinen sich jedoch auf eine deutlich schwächere Entwicklung einzustellen, wie die jüngsten Korrekturen konjunktursensitiver Aktien nahelegen. Diese signalisieren einen signifikanten Wendepunkt im aktuellen Wirtschaftszyklus.

Obligationen / Zinsen

In den USA ist die Rendite für 10-jährige Staatsobligationen auf 3.2% angestiegen. Die Zinskurve ist zudem relativ flach, weshalb auch Obligationen guter Schuldner mit Laufzeiten von 3 – 4 Jahren Renditen von über 3% abwerfen. In CHF und EUR sind nach wie vor keine vernünftigen Renditen zu erzielen. Wir erachten deshalb kurzfristige USD-Anleihen als relativ attraktiv, zumal die anhaltende Straffung der US-Geldpolitik den USD stützen sollte. Skeptisch bleiben wir für Schwellenländer- und Hochzinsobligationen.

Gold

Der Goldpreis leidet aktuell unter den steigenden Zinsen in den USA. Dies bewirkt höhere Opportunitätskosten, um das ertraglose Edelmetall zu halten. Die Nachfrage nach Schmuck in den grossen Märkten Indien und China wurde durch die Abwertung der jeweiligen Währungen gebremst. Die jüngsten Turbulenzen an den Kreditmärkten, welche vorab zu weiteren Verwerfungen in den Schwellenländern führen werden, sollten den Goldpreis jedoch stützen. Goldpositionen können weiterhin gehalten werden.

Monetäres Umfeld / Inflation

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen in diesem Jahr zum dritten Mal erhöht. Insgesamt ist dies die achte Zinserhöhung seit Ende 2015. Die Inflation beträgt 2.7% und die Arbeitslosenquote liegt bei 3.7%, so tief wie seit 1969 nicht mehr. Auch die Frühindikatoren weisen in den USA auf eine anhaltend robuste Konjunktur hin, so dass im Dezember mit einer vierten Zinserhöhung zu rechnen ist. Die europäische Zentralbank bleibt dagegen deutlich expansiver. Sie wird ihr Anleihenkaufprogramm allenfalls Ende Jahr beenden.

Aktien

Die Aktienmärkte tendierten in den letzten Wochen uneinheitlich. Vor allem Gesellschaften, die stark konjunkturabhängig sind, verloren deutlich an Wert. In der Schweiz zeigte sich dies im Segment der mittleren und kleineren Gesellschaften, welche relativ zu den grosskapitalisierten Firmen deutlich schwächer notierten. Schlüsselindustrien wie die Autoindustrien und deren Zulieferfirmen stehen unter Druck. Im Zug der anstehenden Quartalsresultate erwarten wir einen holprigen Oktober.

Asset Allocation

Wir nehmen neu eine Position im Bereich USD-Obligationen in unsere Allokation auf. Da sich die Zinsdifferenzen zum EUR und zum CHF sowohl im kurzen als auch langfristigen Bereich weiter ausgeweitet haben, erscheint uns auch das Fremdwährungsrisiko vertretbar. Insgesamt bleiben wir jedoch bei den festverzinslichen Anlagen untergewichtet. Im Aktienbereich behalten wir die neutrale Gewichtung bei. Defensive Sektoren dürften im Zuge der konjunkturellen Abkühlung relative Stärke zeigen.

 

Sport ist eine Leidenschaft – auch für uns

Junge Sportler und Vorsorge: Dieses Thema wird auch in der Schweiz immer wichtiger. Warum das so ist und was es in diesem Zusammenhang zu beachten gilt, verrät Carlo Bertone, Partner bei der Fontaris AG, im Consilia-Blog.

 

Wer sein Geld mit Fussball, Leichtathletik, Eishockey oder anderen Sportarten verdient, beginnt schon in der Kindheit mit dem Training. Sowohl Höhepunkt als auch Karriereende erfolgen in den meisten Fällen viel früher als in anderen Berufen. Dies wirkt sich sowohl auf die Vermögensverwaltung in der Gegenwart und die Altersvorsorge in der Zukunft aus. Zudem bieten nur bestimmte Sportarten überhaupt die Möglichkeit, damit den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.

Zwei weitere Faktoren erschweren die langfristige finanzielle Planung im Profisport. Selbst wer vorher eine alternative Ausbildung abschliesst, hat am Ende der sportlichen Laufbahn oft Probleme, nach der langen Pause wieder den Einstieg zu schaffen. Auch nach der aktiven Zeit sind die beruflichen Optionen im ausgeübten Sport begrenzt: In den allermeisten Sportarten kommen deutlich mehr Spieler auf Trainer- und Administrationsposten.

Beispiel Fussball: Verschiedene Studien und Umfragen haben ergeben, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Spieler nach ihrer aktiven Karriere den Lebensstandard deutlich zurückschrauben oder gar Privatinsolvenz anmelden muss. Weiter hat ein Bericht des Bundesrats ergeben, dass 40% der Profiathleten schon während ihrer Laufbahn mit einem Bruttojahreseinkommen von unter 14’000 Franken auskommen müssen.

Warum es gerade für Sportler so wichtig ist, sich frühzeitig um die Zeit nach der aktiven Profikarriere zu kümmern und welche Besonderheiten es zu beachten gilt, beantwortet uns Carlo Bertone. Er ist Partner bei der Fontaris AG, die 2004 gegründet wurde und sich unter anderem auf den Bereich Karriere- und Vermögensplanung sowie Vermögensverwaltung von jungen Spitzensportlern spezialisiert hat.

Consilia Group: Herr Bertone, was sind im Allgemeinen die wichtigsten Eckpfeiler einer gesunden Vermögensplanung und -verwaltung?

Carlo Bertone: Eine gründliche Standortbestimmung und das Erfassen von realistischen zukünftigen Bedürfnissen sind meines Erachtens die Basis für eine gesunde Vermögensplanung und machen eine umfassende Beratung und Umsetzung erst möglich. Dabei handelt es sich aber nicht um ein in Stein gemeisseltes Ergebnis fürs Leben, sondern es ist immer nur eine Aufnahme eines bestimmten Lebensabschnittes. Darum ist es wichtig, in regelmässigen Abständen zu überprüfen, ob das Bild, die Richtung und der Weg noch immer stimmen. Die Vermögensplanung bestimmt dann die Vermögensverwaltung, die seriös umgesetzt werden muss, um den maximalen Nutzen aus Planung und Umsetzung zu erhalten.

Was war Ihre Motivation, sich auf diesen Bereich der Vermögensverwaltung zu spezialisieren?

Durch meinen Sohn durfte ich die Entwicklung eines Neugeborenen zum Profi hautnah miterleben. Schon sehr früh hat der Fussball das Leben meines Sohnes geprägt, Zeit wurde für ihn zu einem wertvollen Gut. Als Vater war es für mich selbstverständlich, meinem Sohn – wann und wo immer möglich – Zeit zu schenken! Lange gehörten die Unterstützung in schulischen Angelegenheiten und Fahrten ins Training, an Spiele und Turniere zu diesen «zeitschenkenden Massnahmen». Mit der Unterzeichnung des Profivertrages war mein Sohn dann plötzlich auch für die Öffentlichkeit von Interesse und seine Vermögensplanung zum ersten Mal ein Thema. Ich war damals bei einer Bank im Bereich Vermögensverwaltung tätig und für meinen Sohn war sofort klar, dass ich mich um seine finanziellen Belange kümmern sollte. Was ein Profivertrag weiter mit sich bringt, erlebe ich durch meinen Sohn bis heute. So reifte bei mir allmählich die Idee des «360o-Coachings» von jungen und arrivierten Profisportlern.

Wie sieht Ihr Leistungsangebot an junge Sportler konkret aus?

Sportler müssen während einer relativ kurzen Zeit an mehreren Fronten «kämpfen». Einerseits am sportlichen Erfolg arbeiten und andererseits rechtzeitig den Abschnitt nach der aktiven Sportkarriere organisieren und dabei hoffen, dass Verletzungen dem ganzen Unterfangen kein frühes Ende setzen.

 

 

 

 

 

Das Leistungsangebot des «Multi Sports Office» der Fontaris besteht aus drei Teilbereichen, die zusammen das «360o-Coaching» bilden. Der Sportler bestimmt, was genau er  beanspruchen will.

Der Teilbereich «Adminstration» übernimmt während einer festgelegten Dauer die administrativen Verpflichtungen und Tätigkeiten eines Sportlers wie z.B. die Abwicklung des Zahlungsverkehrs, das Einholen von Offerten bei Versicherungen, Krankenkassen oder Banken und das Ausfüllen der Steuererklärung für die Schweiz. Regelmässige Treffen mit dem Sportler während der festgelegten Dauer dienen dem «Transfer von Know-how». Der Sportler erhält nach Ablauf ein komplettes Dossier, mit dem er weiterarbeiten kann.

Standortbestimmungen und Vermögensplanung erfolgen im Teilbereich «Leisure & Lifestyle». Hier legen wir zusammen mit dem Sportler die langfristige Strategie fest, definieren die finanziellen Ziele, planen Wohneigentum und setzen uns auch mit der Frage, wie es nach der aktiven Profikarriere beruflich weitergehen soll und was dafür noch nötig ist – also dem Thema Aus- und Weiterbildung – auseinander. Einmal festgelegt, organisieren wir dem Sportler die Aus- und Weiterbildungsplätze und falls nötig auch Stütz- und Förderunterricht.

Im «Wealth & Asset Management» investieren wir die uns anvertrauten Gelder. Diese Investitionen sollen einen positiven Beitrag zum Erreichen der finanziellen Ziele beisteuern.

Last but not least: Der Sportler profitiert vom gesamten Netzwerk der Fontaris!

Gibt es je nach Sportart unterschiedliche Voraussetzungen zu berücksichtigen?

Grundsätzlich nicht, vielmehr können Herkunft, Alter und Interesse eines Sportlers den Anspruch an unsere Dienstleistungen beeinflussen. Doch letztendlich bleibt das Ziel mehr oder weniger immer dasselbe, nämlich eine gewisse Sicherheit zu schaffen!

Wie wandeln sich die Ansprüche im Verlauf einer Sportlerkarriere?

Im Sport bleiben Sportler während der ganzen Laufbahn hungrig. Daneben sind Sportler Menschen wie Sie und ich, mit den gleichen Bedürfnissen, den gleichen Sorgen und Ängsten.

Was ist der erste Ratschlag, den Sie jungen Sportlern am Anfang Ihrer Karriere geben?

Lerne schnell, den Rummel um deine Person sowie dein Umfeld richtig einzuschätzen.

Unsere Sicht der Dinge: Juni 2018

Im Consilia Blog gibt die Fontaris AG regelmässig einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen des kommenden Monats. Dabei erläutert sie die eigene Sichtweise auf die Geschehnisse in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Finanzen.

 

Politik

In Italien ist es nach einem dreimonatigen Seilziehen doch noch gelungen, eine Regierung zu bilden. Die Lega verspricht Steuererleichterungen und die Cinque Stelle ein Grundeinkommen für Arbeitslose. Das Regierungsprogramm soll Mehrausgaben von EUR 125 Mrd. verursachen. Dies kann sich Italien schlicht nicht leisten. Das Verhältnis zur EU wird damit schwer belastet.

Donald Trump pokert bei den Zolltarifen weiterhin hoch. Kanada, Mexiko, die EU und China leisten Widerstand.

Währungen

Der Euro geriet im Zuge der Querelen in Italien deutlich unter Druck. Die Ratingagentur Moody’s prüft eine Herabstufung der Bonität Italiens, was mit dem geplanten Ausgabenverhalten der neuen Regierung begründet wird. Der Schweizer Franken wurde seinem Ruf als sicherer Hafen gerecht und legte deutlich zu. Der Euro hat im Mai vor allem gegenüber dem US-Dollar merklich an Wert eingebüsst. Die aktuellen Ereignisse bestätigen, dass der Euro eine Fehlkonstruktion ist, welche sich nicht von selbst repariert.

Und nochmals Italien

In Italien sind nun zwei eurokritische Parteien an der Macht. Dies hat dazu geführt, dass sich die Differenz zwischen den Renditen der deutschen und italienischen Staatsanleihen deutlich vergrössert hat. Dieser «Spread» liegt nun bei 2.5%. In Anbetracht der hohen Staatsverschuldung (130% vom BIP) ist das Votum des Lega-Chefs, dass man diesen «Spread» ignorieren könne, eine gefährliche Aussage. Das Vertrauen der Märkte wird damit geschädigt. Die EZB wird Italien nicht retten können.

Wirtschaft

In den USA ist der vielbeachtete ISM-Einkaufsmanager-Index im Mai von 57.3 auf 58.7 Punkte gestiegen und hat damit die Erwartungen übertroffen. Auch der Arbeitsmarktbericht fiel erfreulich aus, konnten doch 223’000 neue Stellen geschaffen werden. In der Eurozone sind entsprechende Indikatoren eher leicht rückläufig, was auf eine tiefere Wachstumsdynamik schliessen lässt. So hat die OECD die Wachstumsprognose für die Eurozone auf 2.2% gesenkt. Für die USA erwartet sie ein Plus von 2.9%.

Obligationen / Zinsen

Die Obligationenkurse haben sich jüngst unterschiedlich entwickelt. Während Schuldner guter Qualität gesucht waren, sind die Titel mit tieferen Ratings unter Druck geraten. Turbulenzen in Italien sowie den Schwellenländern Argentinien und Türkei waren die Gründe für diese Divergenz. Das anhaltend gute weltweite Wirtschaftswachstum und die latente Gefahr höherer Inflationsraten werden aber unseres Erachtens die Zinsen generell weiter steigen lassen. Bonitätsrisiken lohnen sich nicht.

Gold

Der Goldpreis hat auf die jüngsten politischen Unsicherheiten nicht reagiert, obwohl die Fonds, welche physisches Gold verwalten, seit Jahresbeginn stetige Zuflüsse verzeichnen konnten. Sollte die Inflation in den USA in naher Zukunft stärker steigen als die Zinsen, würde dies dem Gold helfen. Geopolitisch sind vor allem die Risiken im Nahen Osten gestiegen, nachdem die USA das Atomabkommen mit dem Iran nicht verlängert haben. Hinsichtlich Portfolios wirkt Gold nach wie vor als Stabilisator.

Monetäres Umfeld / Inflation

Die Inflationsrate hat sich in der Eurozone im Mai auf 1.9% erhöht (April: 1.2%). Dies ist primär auf höhere Energiepreise zurückzuführen, welche im Vorjahresvergleich um 6.1% zulegten. Die Kerninflation liegt bei 1.1% (0.7%). In den USA dürften die positiven Konjunkturdaten sowie das Lohnwachstum von 2.7% die Notenbank dazu bewegen, die Zinsen im Juni um 0.25% zu erhöhen. Das FED wurde jüngst so interpretiert, dass in weiterer Zukunft nur mit langsamen Zinserhöhungen zu rechnen ist.

Aktien

Die Volatilität an den Aktienmärkten bleibt hoch. Es waren vor allem politische Ereignisse (Handelskonflikte, neue Euro-Schuldenkrise), welche die Märkte bewegten. In den USA entwickelt sich die Wirtschaft weiterhin gut. Die Gewinne der US-Unternehmen stiegen im ersten Quartal um 26%. Die Margen dürften allerdings den Höhepunkt erreicht haben. Steigende Lohn- und Rohstoffkosten sowie höhere Fremdkapitalkosten werden die Ertragskraft schmälern. In der Schweiz belasten die grösseren Werte die Performance.

Asset Allocation

Wir behalten unser leichtes Untergewicht bei den Aktien bei. Begründet ist dies in den politischen Unsicherheiten (Zolltarife, Naher Osten, Stabilität Eurozone) sowie der Gefahr weiter steigender Zinsen. In der Schweiz empfehlen wir kleine Umschichtungen von den defensiven Blue Chips in mittlere und kleinere Unternehmen. Eine gute Konjunktur begünstigt die kleineren Industriewerte, während höhere Zinsen die defensiven Dividendentitel belasten. Gold bleibt übergewichtet, Obligationen stark untergewichtet.

«Gemeinsam haben wir einen riesigen Erfahrungsschatz»

Die Consilia Group ist ein professionelles Netzwerk aus neun unterschiedlichen Firmen. Ziel ist es, durch das perfekte Zusammenspiel mehrerer Dienstleister und dem Fachwissen von über 100 Spezialisten die Effizienz unserer Kunden zu steigern sowie Lösungen für mehr Erfolg aufzuzeigen.

 

Über 100 Spezialisten, neun Firmen, ein Netzwerk – das ist die Consilia Group. Der Kopf dahinter ist Thomas Steiner, Gründer und Partner des «emendo family office». Ihm kam der Gedanke bei seiner täglichen Arbeit. «Als Beratungsunternehmen üben wir bloss eine konzeptionelle Tätigkeit aus. Wir akquirieren Kunden, geben die Aufträge weiter und haben schlussendlich nicht viel davon», erklärt Thomas Steiner. Die Idee, ein enges Netzwerk mit Personen zu gründen, denen er grosses Vertrauen entgegenbringt, war geboren.

«Unser Ziel war es von Anfang an, gemeinsam zu wachsen»

Doch wie die Idee den zukünftigen Partnern unterbreiten? «In der Schweiz geht man gemeinsam essen, wenn man miteinander Geschäfte machen will», so Thomas Steiner. Zahlreiche Lunchs, Dinners und Diskussionen später war klar, das Projekt Consilia Group wird umgesetzt. «Wir waren uns alle einig, dass wir kein loses Netzwerk aus einzelnen Firmen aufbauen wollen. Unser Ziel war es von Anfang an, gemeinsam zu wachsen und unsere kleinen Unternehmen zu einem grossen Ganzen zusammenzufügen», erklärt Steiner weiter.

Nur zwei Monate später – im Jahr 2014 – wurde die Consilia Group als Aktiengesellschaft gegründet. Mitglieder des Netzwerkes sind:

 

«Der Kunde steht bei uns ganz klar an erster Stelle»

«Alle Consilia-Mitglieder haben eine hervorragende Ausbildung. Gemeinsam haben wir einen riesigen Erfahrungsschatz – und diesen kann keine andere Beratungsfirma bieten.», betont Thomas Steiner. Trotzdem, nicht immer werden Kunden innerhalb der Consilia vermittelt. «Der Kunde steht bei uns ganz klar an erster Stelle. Wir alle wägen immer ab, wo der Kunde am besten aufgehoben ist. So kann es auch sein, dass wir Personen an ein Unternehmen weiterleiten, das nicht Teil der Consilia ist.»

Und was haben die Consilia-Mitglieder von der Zusammenarbeit? Sie kommen an Kunden, die sie nicht selbst akquirieren müssen, sie können sich untereinander austauschen und voneinander lernen. «Man wird in Gebieten fit, die man sonst nicht so kennt, und man bleibt immer up-to-date», sagt Thomas Steiner zu den Vorteilen.